Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961439
Dritte 
Epoche. 
Vom 
Anfange 
des 
vierzehnten 
Jahrhunderts 
bis 
Zllf 
Blüthe 
der 
Eyck'schen 
Schule. 
Erstes 
Kapitel. 
Kirche 
und. 
Staat 
Das vierzehnte Jahrhundert steht bei den Historikern im 
Allgemeinen nicht in Gunst. Die Freunde des Mittelalters 
linden es hier schon jenseits seiner Blüthe, im beginnenden 
Verfall, ja, Was noch schlimmer ist, entweiht, heuchlerisch 
karrikirt. Die Freunde der modernen Zeit und ihrer Fort- 
schritte sind noch weniger befriedigt; fiir alle die Vorwürfe, 
welche sie dem Mittelalter zu machen pflegen, Schwärmerei, 
Aberglauben, Rohheit und Zuchtlosigkeit, bietet sich hier 
neuer Stoff. Ja, selbst die Unparteiischen, welche das Be- 
deutende in allen Zeitaltern anzuerkennen geneigt sind, Wollen 
gerade von diesem Jahrhundert wenig wissen, weil es sowohl 
an Wahrhaft grossen Männern, als an erhebenden Ereignissen 
ärmer sei, als die meisten anderen. Kommt dann noch dazu, 
dass schon die Zeitgenossen mit ihren Zuständen höchst un- 
zufrieden sind, und dass auf der Oberfläche der Geschichte 
überall Zwietracht und Hader, thöriehte Prunksucht und üp- 
pige Sinnlichkeit neben physischen und moralischen Leiden 
und Seuchen hervortreten, so kann man sich nicht Wundern, 
dass manche Schriftsteller bei der Schilderung dieses Jahr- 
hunderts die (lunkelsteil Farben auftragen zu müssen glauben. 
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