Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-963238
Kathedrale 
VOI] 
York. 
183 
vollendet, wahrscheinlich noch ohne Fagade, welche indessen 
gleich darauf ausgeführt Wurde, da wir den Contract über Ver- 
glasung und Ausmalung des grossen VVestfensters vom Jahre 
1338 besitzen-Ü. Im Jahre 1352, als die Niederreissung des 
bisher erhaltenen alten Chors beschlossen wurde, musste man 
mit dem Aufbau der Facade wohl so weit vorgeschritten sein, 
um an neue Unternehmungen denken zu können. Indessen kam 
es zum Beginn jenes Chorbaues inschriftlich erst im Jahre 1361 
und zur Verglasung des grossen Ostfensters im Jahre 1405. 
Während dieser Zeit war auch der grosse Mittelthurm erneuert 
und der Bau der Westthürme, an welchen 1402 gearbeitet wurde, 
vorgerückt; indessen bewilligte das Kapitel noch im Jahre 1426 
ein Zehntel der Revenüen für den also wahrscheinlich noch nicht 
ganz vollendeten Bau. 
Das Schiffätik) ist in der That sehr schön, von bedeutender, 
mehr als das Doppelte der lichten Mittelschiffbreite und das Fünf- 
fache des lichten Pfeilerabstandes haltender Höhe (92 Fuss), mit 
sehr luftigen, mehr als die Hälfte dieses Höhenmaasses halten- 
den Seitenschilfen. Das Verticalsystem ist hier so vollständig 
durchgeführt wie an keiner anderen Stelle Englands und doch im 
Ganzen noch mässig, ohne Uebertreibung. Die Pfeiler, runden 
Kerns mit vier starken und acht schwachen Diensten, auf leich- 
ter, auf niedrigen polygonen Sockeln stehender Basis, mit zartge- 
schmücktem Kapitäle und steilem, über das Maass der Gleichsei- 
tigkeit hinausgehenden Bögen, erscheinen überaus schlank; von 
den drei zum oberen Gewölbe aufsteigenden Diensten des Mittel- 
schiffes misst der stärkere 16, jeder der schwächeren aber nur 7 
Zoll im Durchmesser. Die Zwickel der Bögen sind unverziert 
gelassen, und unmittelbar über ihrer Spitze liegt das Gesims, auf 
dem das Triforium, hier wieder mit dem fünftheiligcn Fenster 
verschmolzen, anhebt. Die Höhe dieser Fenster ist wegen der 
bedeutenden Scitenschiffhöhe nicht allzugross, das Maasswerk 
noch geometrisch, etwas steif, aber durch seine einfache Regel- 
mässigkeit wohlthuend, das Gewölbe endlich ein Netzgewölbe 
mit Scheitelrippe, aber nicht zu schwer. Das Ganze nähert sich 
Britton, Cath. Ant. V01. I, p. 81. 
Britton a. a. 0., hauptsächlich pl. 
Winkles, V01. 
I, XVI, XVIII.
        

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