Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-963188
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England. 
gesagt zurück liegt, sich nur an den rechtwinkeligen, zinnenbe- 
krönten Abschluss des Mittelschiffes anschliesst. Dabei ist dann 
ferner das neuntheilige Fenster des Mittelschiffes so kolossal, 
dass es bis an die Strebepfeiler anstösst, mit seiner Spitze in den 
Fries unter den Zinnen eingreift, und fast die ganze mittlere 
Wand füllt, was neben den ebenfalls vcrhältnissmässig grossen 
Fenstern der Seitenschiße von erdrückender Wirkung sein würde, 
wenn die Facade frei geblieben Wäre. Dies ist aber nicht ge- 
schehen, sondern man hat, Wahrscheinlich gleich nach der Vol- 
lendung des Baues, die Strebepfeiler soweit vorgerückt, dass sie 
die schwache WVand durch Strcbebögen stützen, und eine V or- 
halle zu allen drei Schiffen bilden, welche, im Aeusseren mit 
Nischen und Statuen reich geschmückt und auch wieder mit 
Zinnen bekrönt, die ganze untere Facade, die Seitenfenster bis 
auf die Spitzen und von dem mächtigen Mittelfenster einen, wenn 
auch geringen Theil bedeckt. Freilich erscheint die Facade, da 
sie gebrochen ist und von der Vorhalle zur Schlusswand und von 
dieser zum Giebel zurückweicht, durch diese originelle Anlage 
noch kleiner als es die ohnehin schon niedrige Haltung des 
Mittelschiffes bedingte. 
Die Kathedrale von Lichfieldii), obgleich wie die von 
Exeter zu den kleineren gehörig (ihre Höhe bis zum Gewölbe- 
schluss beträgt nur 60 englische Fuss), zeichnet sich doch da- 
durch aus, dass sie mit drei, von hohen Pyramidalhelmen be- 
krönten 'l'hürmei1 prangt, ein Schmuck, dessen sich keine andere 
der bischöflichen Kirchen Englands rühmen kann. Aus einem im 
Jahre 1235 begonnenen Bau stammt nur das im vorigen Bande 
erwähnte Kapitelhaus, während das Langhaus , die Facade und 
die Ladykapelle in der Zeit von 1296 bis 1350, dann der Chor 
gebaut, endlich das ältere Kreuzschiif verändert und so das 
Ganze um 1420 vollendet wurde. Die Facade zeigt, ungeachtet 
ihres imposanten Thurmschmuckes, in Vergleich mit der von 
Salisbury noch keinen Fortschritt. Sie ist nämlich wie diese mit 
horizontalen Abtheilungen von Areaden und Nischen bedeckt, 
m] Britton V01. III, S. 28. Winkles V0]. III, pag. 1 ff. Das Archiv der 
Kathedrale ist in den Kriegen des siebenzehnten Jahrhunderts zerstört und die 
Baugeschichte daher nur im Allgemeinen bekannt.
        

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