Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-963071
Der 
verzierte 
Styl. 
167 
mit einer grösseren Zahl wechselnder Dienste, bald mit bald 
olme dazwischenliegende Höhlungen. Den einzelnen Diensten 
ist dann häufig eine schinale Leiste (üllet) vorgelegt, wodurch 
ihr Profil eine zugespitzte, birnförmige Gestalt erhält, oder die 
Dienste selbst sind nicht mehr (zylindrisch, sondern in weicheren 
Curven gebildet und dann auch, besonders in der späteren Zeit, 
so verbunden, dass der ganze Pfeiler eine rautenförmige Gestalt 
erhält. Von der altbrittischen Anordnung eines Galleriestock- 
werks abzulassen, entscheidet man sich selten; die unteren 
Dienste werden daher meist alle in gleicher Höhe abgeschlossen, 
und die oberen steigen erst. vom Triforienboden oder von einer 
mit demselben verbundenen Console aufwärts. Nur in Wenigen, 
wirklich zählbaren Fällen findet man vom Boden auf hoch hinauf- 
steigende Halbsäulen. Die Basis ist in der Regel einfacher 
gehalten, als auf dem Continent, meistens bei jedem Dienste aus 
einem Pfiihl mit zwei schwächeren Wülsten ohne dazwischen- 
liegende Höhlung bestehend und auf einem cylindrischen oder 
polygonförmigen, einfachen oder auch abgestuften Sockel ruhend, 
der unter dem ganzen Pfeiler den Umriss desselben in vergrös- 
sertem Maassstabe wiederholt. Zuweilen und in der späteren 
Zeit der Epoche gewöhnlich erhält dieser Gesammtsockel jedoch 
die Gestalt eines übereck gestellten Vierecks mit abgeschnittenen 
Spitzen. Die Kapitäle sind niedrig, meist kelchförmig, zuweilen 
aber auch convex in Gestalt eines Viertelkreises gebildet, und 
umschliessen selten den ganzen Pfeiler, sondern werden nur den 
einzelnen Diensten gegeben; ihr Blätterschmuck ist leicht und 
frei, nicht auf Stengeln am Kelche des Kapitals aufsteigend, son- 
dern wie ein Kranz lose anhaftend. Im Anfange der Epoche 
findet man dabei zuweilen die Nachahmung bestimmter natür- 
licher Blätter, später aber ist das Laubwerk durchaus conventio- 
nell, mehr an herabhängende Schlingpflanzen, als an ausgebildetes 
Laub erinnernd, dabei aber mit der Absicht, einen pikanten 
Wechsel von Licht und Schattenhervorzubringen, meisterlich 
und kokett gearbeitet. Sehr häufig sind aber auch die Kapitäle 
ganz schmucklos und tellerförmig und in der zweiten Hälfte der 
Epoche bleiben sie auch wohl ganz fort, so dass Dienste und 
Bogengliederung verschmelzen. Die Profile der Bögen sind aus
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.