Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-963020
Fünfies 
Kapitel. 
Englische 
Architektur. 
Es ist merkwürdig, wie die beiden, wenn auch jetzt käm- 
pfenden, doch stammverwandten umd geistig zusammenhängen- 
den Nationen in architektonischer Beziehung auseinandergehen. 
Während in Frankreich unverkennbare Ermattung und fast Still- 
stand, ist in England die regste, frischeste Thätigkeit; dasselbe 
Jahrhundert erscheint den französischen Archäologen als eine 
Zeit des Verfalles, den englischen geradezu als die Blüthezeit 
ihrer Baukunst und Plastik. Die äussere Lage beider Länder 
reicht, keiuesweges aus , diesen Gegensatz zu erklären; denn 
wenn auch England nicht, wie Frankreich, der Schauplatz des 
Krieges war, so hatte es doch Leiden und Kosten.desselben in 
hohem Maasse zu tragen. Nicht blos der ganze ritterliche Adel 
war dem Könige gefolgt, sondern auch die kräftigsten Söhne 
der Bürger und Bauern fochten als Bogenschützen oder Fuss- 
truppen jenseits des Kanals; es gab also überall Ausrüstungen 
zu schaffen und Verlüste zu ersetzen, überall Trauer oder Be- 
sorgniss, und überdies immer wachsende neue Steuern zur De- 
ckung der gewaltigen Summen, welche diese kostspielige Krieg- 
Führung verschlang. Es ist wahr, dass der lebhafte Seehandel, 
der, wie in der vorigen Epoche so auch in der gegenwärtigen, 
noch fortwährend stieg, die Aufbringung dieser Mittel erleich- 
terte. Aber diese Vortheile kamen doch nur einem Theile der 
Nation zu Gute und kaufmännische Berechnung hätte leicht dahin 
führen können, die Kriegsausgaben durch Sparsamkeit an an- 
derer Stelle zu decken, während die bauliche Pracht dieses Jahr- 
hunderts an Kirchen und Schlössern recht deutlich zeigt, dass es
        

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