Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-962855
Aeusseres. 
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'l'hurmanlage überhaupt für entbehrlich oder verschob sie so 
lange, bis sie unterblieb, so dass noch jetzt mächtige Kirchen wie 
die von Harlem, Leyden u. a. ganz ohne solche sind; in Belgien 
begnügte man sich, selbst bei kolossalen Kathedralen, wie die von 
Mecheln und von Mons, mit einem der Westseite vorgelegten 
'l'hurme, den man dann aber um so massenhafter und um so 
höher aufzuführen strebte. Schon der Thurm der Frauenkirche 
zu Brügge, noch aus der vorigen Epoche und übrigens ein 
plumper und unschöner Backsteinbau, hatte bis vor Kurzem mit 
seiner ebenfalls in Ziegeln aufgemauerten Spitze die Höhe von 
422, und der der gegenwärtigen Epoche aber nur der Pfarr- 
kirche einer kleinen Stadt, Aerschot, angehörige Thurm mit höl- 
zernem Helm soll vor dem Orcan von 1572 die von 488 Fuss 
einheimischen Maasses erreicht haben. Besonders im fünfzehnten 
und sechszehnten Jahrhundert bemächtigte sich der belgischen 
Städte ein Wetteifer kolossaler Thurmbauten. Der 1452 begon- 
nene Thurm der Kathedrale von Mecheln, jetzt 299 Fuss hoch, 
würde bei seiner Vollendung nahebei 600, der etwa gleichzeitig 
angefangene, aber noch mehr zurückgebliebene von StNVaudru in 
Mons etwa 570 gemessen haben, und der Dom zu Löwen sollte 
sogar nach dem Einsturze eines früheren Thurmbaues zufolge 
des freilich erst 1507 entworfenen und unausgeführt gebliebe- 
nen Planes drei Thürme erhalten, einen auf der Vierung von 
535, zwei an der Faeade von 430 Fuss, alle, wie die sorgfältig 
aufbewahrten Risse beweisen, mit hohen, zierlich durchbrochenen 
Heimen. Aber alle diese riesigen Entwürfe und viele andere ähn- 
liche, von denen nur die massigen Unterbauten existiren, sind weit 
von der Vollendung geblieben, und unter den wenigen vollendeten 
Thürmen verdienen in Belgien nur der der Kathedrale von Ant- 
werpen und der von St. Gertrud in Loewen Erwähnung; dieser 
mit seinem schönen Helm in durchbrochenem Steinwerk und von 
nicht unbedeutender Höhe 1455 vollendet, jener grössere 1422 
angefangen, aber erst im sechszehnten Jahrhundert von einem 
späteren Meister in der Höhe von etwa 400 Fuss abgeschlossen de]. 
Unter den holländischen Städten hat Delft den Vorzug, an zwei 
bei Schayes a. 
Nachrichten über alle diese belgischen Thünne 
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