Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-962778
Eigenthülnlichkeiten. 
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Zütphenik), haben diese Gestalt als eine Vergrösserung und Er- 
höhung der SeitenschiiTe neben dem in ursprünglicher Höhe er- 
haltenen Mittelschiffe, die Jacobskirche im Ilaag und die zu 
Utrecht wahrscheinlich umgekehrt durch Verkleinerung des Mit- 
telschiifes bei der Herstellung nach einem Unfall erhalten, und an 
der kleinen Kirche zu Ysselstein und der geräumigen, aber un- 
glaublich rohen und nüchternen Johanneskirche in Schiedam hat 
offenbar die Wohlfeilheit den Ausschlag gegeben. Auch sind 
diese vier zuletzt genannten Kirchen sämmtlich einfache Back- 
steinbauten mit hölzernen Gewölben, und als wahre, in Stein 
überwölbte Hallenkirchen dieser Epoche sind nur die Liebfrauen- 
kirche zu Kampen am Zuydersee ( 1369 gegründet) und die zu 
St. Michael in Zurolle (1406 angefangen) zu nennen, jene wieder 
Backsteinbau mit Rundsäulen, diese Steinbau mit gegliederten 
Pfeilern, beide übrigens schlichtestei- Anlage, ohne Kreuz mit 
einschifligenl Chor. 
Während aber die Hallenkirche selbst nicht beliebt wurde, 
gab man den Kirchen mit überragendem Mittelschilfe insofern 
einen ihnen verwandten Charakter, als man sie möglichst 
breit und massenhaft und im Inneren möglichst weit und ge- 
räumig bildete. Die Ansprüche an grosse Höhe und schlan- 
kes Emporstreben, Welche man in Frankreich und Deutsch- 
land machte, standen dem Verlangen nach räumlicher Weite 
nach. Während dort schon die Kathedrale von Paris eine Ge- 
wölbhöhe von 106 Fuss und andere Kathedralen eine noch be- 
trächtlich grössere, bis an 150 Fuss heran, hatten, nimmt in 
Belgien die Kathedrale von Brüssel mit 90 Fuss die erste Stelle 
ein und erhebt sich keine andere Kirche über 85 oder S6. Nur 
der Dom zu Utrecht mit der Höhe von 119 Fuss im Mittelschiffe 
und 70 in den Abseiten macht eine Ausnahme, die hier durch 
deutschen Einfluss entstandiiii). Während ferner in Frtlnkfßißh 
und Deutschland die Höhe das Dreifache der Breite des Mittel- 
schitfes erreicht und selbst übersteigt, geht sie hier oft nicht Weit 
k) Org. f. christl. Kunst a. a. O. N0. 4 u. 5. Vgl. über diese und die anderen 
demlläßhst Elwähnten Kirchen Eyk tot Zuylichem a. a. O. S. 132, 121, 114, 122. 
 sßibSt der Dom zu Antwerpen hat nur 84, der zu Mecheln 85 und 
die Johanlliskifßhß 211 HGYZOgBDbUSCh 86 Fuss innere Höhe.
        

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