Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-962737
Kirchenbauten 
der 
süd 
liehen 
Provinzen. 
133 
Kirche du Thor und endlich der der Kathedrale von Pamiers 
geben Nachahmungen desselben Motivs k). 
Die Architektur dieser Provinzen trägt also keinesweges, 
wie die der nördlichen, den Charakter der Ermattung; aber frei- 
lich greifen die Bestrebungen nicht in einander, sondern zer- 
streuen sich und können daher auch nicht grossartige Leistungen 
von bleibender historischer Wichtigkeit hervorbringen. 
Die Architektur der Niederlande, die wir in romanischer 
Zeit der deutschen zurechnen konnten (IV, 2, S. 154 ff.) und 
dann in der vorigen Epoche getrennt, Belgien mit Frankreich, die 
östlichen Provinzen mit Deutschland verbunden betrachteten (V, 
S. 209 Hi, 597), neigt sich jetzt im Ganzen, und ohne dass es 
noch einer Sondernng beider Regionen bedarf  mehr der franzö- 
sischen zu, lind kann daher hier gleich im Anschlusse an diese 
besprochen werdenäti-i). Nicht blos in künstlerischer, sondern 
auch in politischer Beziehung waren diese von verschiedenartiger 
Bevölkerung bewohnten und in sich vielfach getheilten Gränz- 
lande zwischen den beiden grossen Nationen schwankend und 
gewannen ihre Selbstständigkeit erst allmälig durch wechselndes 
Anschliessen und Abstossen bald des einen bald des andern der 
beiden Nachbarvölker. In dieser Epoche hatte das französische 
Element das Uebergewicht, weil die Schwäche des deutschen 
Kaiserthums den Landesherren und Parteien der verschiedenen 
a") Caumont, Abäcädaire, p. 513, 514.  
w) Die noch sehr mangelhaften Vorarbeiten schliessen sich ireilich den 
politischen Gränzen an. Für Belgien ist Schayes, histoire de Parchitecture en 
Belgique (ich citire die erste in 4 Bändchen erschienene Ausgabe), die Haupt- 
quelle und eine im Ganzen gelungene und ziemlich befriedigende Arbeit. Für 
Ostniederland muss man einen, leider nicht von Zeichnungen begleiteten Auf- 
satz von Eyk tot Zuylichem in den Berigten van het historisch gezelschap te 
Uuecht, n, 1 (1849), mit einem sehr dankenswerthen, von leichten, aber 
zwßckmässigßn Handzeichnungen begleiteten Reisebericht [von Essenwein) im 
Organ für christliche Kunst, JahrgangVl. (1856), vergleichemwelcher übrigens 
auch einig" belgische Städte berührt. Einige Notizen gaben schon meine nie- 
derländischen Briefe. Bemerkenswerth ist, dass Ostbrabant (Herzogenbusch, 
Brßda): Weil ehemals zu Brabant und jetzt zum Königreich der Niederlande 
gehörig, von beiden Theilen in archäologischen Anspruch genommen wird.
        

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