Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-962659
Die 
Golhik 
im 
Süden. 
125 
viel ureitei- gespanntes Gewölbe tragen konnten und also eine 
sehr viel breitere Anlage gestatteten, wo dann neben dem 
Hauptschiße zwischen den Pfeilern kleine kapellenartigeiläume 
entstanden, welche den kirchlichen Bedürfnissen dienten und die 
Monotonie des ungetheilten Langhauses vermieden. Auch das 
galt der südlichen Anschauung für Gewinn , dass man auf diese 
Weise schlichte, nicht durch die Streben unterbrochene Aussen- 
mauern erhielt. WVir können in einzelnen Fällen nachweisen, 
dass die Meister des gothischen Styls diese Anlage hier nicht 
etwa blos aus Sparsamkeit oder um dem Herkommen zu folgen, 
sondern auch ohne solche N öthigung der dreischifügen verzogen. 
In St. Bertrand zu Comminges hat man im Anfange des vier- 
zehnten Jahrhunderts bei einer Verlängerung des dreischiffigen 
romanischen Langhauses die Pfeiler herausgebrochen und so 
einen einschiffigen, von Kapellen begleiteten und mit einem Ka- 
pellenkrailz endenden Raum geschatfen In der alten Stadt 
Carcassone, welche sich in den Kriegen des dreizehnten Jahr- 
hunderts den Zorn der französischen Sieger zugezogen hatte 
und durch Gründung einer ileuen, gleichnamigen Stadt am Fusse 
des Berges bestraft wurde, sind ihre zwei bedeutenden Kirchen, 
die Kathedrale St. Vincent und die Abteikirche St. N azaire er), 
dreischiftig; dennoch gab man den beiden im dreizehnten und 
vierzehnten Jahrhundert gebauten Kirchen der neuen Stadt jene 
oben geschilderte einfachere Gestalt. Dieselbe finden wir denn 
auch in anderen gleichzeitigen Kirchen, z. B. an der etwas nörd- 
licher gelegenen zu Montpezat (Farn et Garonne) vom Ende des 
dreizehnten Jahrhunderts öde?) 
Vor Allem musste sich aber dies System in den Gegenden 
des Ziegelbaues empfehlen, der für das gothische Strebesystem 
ohnehin weniger geeignet war; hier wurde es daher auch an der 
 Caumont, 
Durchschnitt. 
Bulletin 
monumental , XVIII 
539, 5871 
Grundriss und 
man) B  
knDuc n oäägssäe, 92th. franc. S. 422, und Märimäe, Midi S. 446. Viollet. 
 1 ez         
Kathedrale. 1 elv net nng St. Nazane, deren Grundnss er mltthexlt, als 
Vgl. 
Viollet-le-Duc I, 224 ff., der 
auch Durchschnitte gie-bt.
        

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