Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-962611
Kirchenbauten. 
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Grundstein legte, ein kleines Gebäude, in der Reinheit des Styls 
und in einfacher Zierlichkeit der Moritzkapelle zu Nürnberg 
ähnlich, obgleich etwas reicher Unter den zahllosen An- 
bauten der älteren Kirchen ist zuerst als ein in seiner Art vollen- 
detes Werk die Kapelle der Jungfrau am östlichen Ende der 
Kathedrale von Rouen zu nennen, welche 1302 angefangen und 
erst 1360 beendet wurde. Kleiner aber nicht minder schon ist eine 
Kapelle an der Stiftskirche von Mantes, welche mit ihren F ialen 
und in die Balustrade eingreifenden (lurchbrochenen Fenstergie- 
beln einen Reichthum entwickelt, der neben den strengen Formen 
des älteren Hauptgebäudes sehr günstig wirktiide]. 
An mehreren Kathedralen stammen die Facaden der Kreuz- 
schilfe aus unserer Zeit, nicht selten sogar erst aus dem fünf- 
zehnten Jahrhundert, da sie nach französischem Gebrauche 
immer bis zuletzt blieben. Ihre Anordnung ist ziemlich überein- 
stimmend, ein breites Portal mit vielem Bildwerk und hoch hin- 
aufgehendem, (lurchbroehenem Giebel, dann in dem oberen 
Stockwerke, Welches fast immer zurücktritt und einen mit einer 
Balustrade bewehrten Gang bildet, die mächtige Rose, bald 
in viereckiger Einrahmung, bald in einem Spitzbogen, endlich 
Wiederum zurückweichend der Giebel. Es ist im Wesentlichen 
dieselbe Anordnung wie schon an den Kreuzfacaden von N otre- 
Dame von Paris, aber mit den weicheren Details des gegenwär- 
tigen Styls. Sehr schöne Beispiele solcher Kreuzfacaden sind 
die an der Kathedrale von Rouen, beide zwar erst 1478 vollendet, 
aber schon am Ende des dreizehnten und Anfang des vierzehnten 
begonnen, so dass die Anlage des Ganzen und die Ausführung 
der unteren Theile unserer Epoche angehören. Auch sonst lässt 
sich in der Normandie eine ziemlich grosse Bauthätigkeit nach- 
weisen; an den Kathedralen von Bayeux äg-"Q, Evreux und Cou- 
tances sind bedeutende Theile, an den beiden ersten der ganze 
obere Theil des Schiffes in dieser Zeit ausgeführt. Die ältere 
Kirche St. Pierre in Caen erhielt seit 1308 den Anbau eines 
"Ü Vgl. über diese Pariser Kirchen Guilhermy, Itinäraire arch. 
332 und 336 mit Zeichnungen. 
M) Abbildungen bei Viollet-le-Duc a. a. O. II, 454. 
i") Vgl- die Abbildung oben IV, 2, s. 362. 
de Paris
        

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