Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-962540
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Französische 
Architektur. 
auch seine und die seiner Gemahlin aufstellten. Die Kirche muss 
sehr prachtvoll gewesen sein, da die Grossen sie vorzugsweise 
zur Errichtung von Grabmonumenten wählten  ist aber jetzt 
völlig verschwunden. Gleich nach seinem Regierungs-Antritte 
liess er die Befestigungen der Hauptstadt erneuern und beson- 
ders mit starken und schönen Thoren versehen. Das Louvre, seit 
dem Neubau Philipp Augusts vom Jahre 1204 zugleich Cita- 
delle und königliches Schloss, war ihm zu eng und zu niedrig, 
er liess die Mauern und festen Thürme erhöhen und dahinter 
prachtvolle Schlossbauten ausführen. Es war ein völlig neuer 
Palast, der zwar durch die späteren Aenderungen von Franz I. 
an völlig verschwunden ist, von dem wir aber Zeichnungen und 
ausführliche Nachrichten besitzenw). Besonders War ein von 
Raimond du Temple erbautes, durchbrochenes, mit Statuen reich 
geschmücktes Treppenhaus, das vom Hofe aus in die Prunkge- 
mächer führte, ein Gegenstand der Bewunderung, und eine Auf- 
gabe neuer und ungewöhnlicher Art. Aber doch wurde dies 
Schloss seiner Väter von der neuen Stiftung des Königs, dem 
Hotel de St. Paul, wie man es nach einer daranstossenden Kirche 
nannte, noch übertroffen. Während das Louvre ungeachtet aller 
"Pracht denn doch überwiegend eine Festung blieb, das Arsenal, 
Werkstätten für die Anfertigung von Waffen, ausserdem alle 
für den Haushalt des Königs, für Küche, Wäsche, Bereitung 
von Vorrälhen nöthigen Anstalten, und dann auch wieder 
Staatsgefängnisse enthielt, war das Hotel von St. Paul, das Carl 
schon als Kronprinz begonnen hatte, mehr für Festlichkeiten be- 
stimmt, es war, wie er selbst es in einer Urkunde nennt, das 
Schloss der grossen Hoffeste, Hötel solenne] des grands ebatte- 
ments. Er hatte seinen Nachfolgern jede Veräusserung dieser 
seiner Lieblingsstiftung untersagt; allein schon Ludwig XI. 
verschenkte einzelne Theile und 1543 wurden die letzten Ueber- 
a) In ganz Frankreich wurde sie nur von St. Denis in prachtvollen Grä- 
bern übertroffen. Sauval, Antiquites de Paris I, 448, und nach ihm Guilhermy, 
Itineraire archeologique de Paris p. 248. Die weiteren Angaben sind meist 
aus Sauval I, 41, II, 11, 272, 281 genommen, und theilweise auch bei 
Guilhermy erwähnt. 
H) Vergl. Clarac, Musee de sculpture antique et moderne; und Viollet- 
le-Duc a. a. O. III, 134 ff.
        

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