Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-962413
Fenstermaasswerk. 
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unendlicher Abwechselung fähig War. Auch finden wir wirk- 
lich in einzelnen Fällen schon im vierzehnten Jahrhundert 
Pfosten und lilaassivcrk Banmästen ähnlich, wenn auch noch 
immer mit geometrischer Regelung. Indessen erhielt sich im 
Ganzen in dieser Epoche noch die Erinnerung an das ältere 
System, wenn auch mit nationalen Verschiedenheiten. In Eng- 
land dachte man vorzugsweise an senkrechte Stützen des 
Fensterbogcns, brachte daher auch im oberen Maassiverk solche 
an und näherte sich dergestalt immer mehr dem erst in der fol- 
genden Epoche völlig ausgebildeten abstracten Perpendicularis- 
mus. In Frankreich dagegen gab man den alten Organismus 
erst ganz am Ende dieser Epoche völlig auf, überliess sich 
aber nun auch dem weichesten Schwunge der Linien und bildete 
eine Art des Maassvrerks aus, welche man mit dem Züngeln der 
aufwärts strebenden Flamme verglichen und daher die flam- 
mende (flamboyante) genannt hat. In Deutschland endlich 
kümmerte man sich weniger um den Verticalismus und fand 
mehr Gefallen an dem geometrischen Forinenspiel mannigfacher 
Combinationen. Dadurch entstanden denn zum Theil sehr 
schöne Maassiverkbildungen, allein es ist doch nicht zu ver- 
kennen, dass der architektonische Gedanken, welcher selbst 
dem Verticalismus der englischen und französischen Schule, 
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