Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-962383
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Architektur. 
sten 
als 
blindes 
Maasswerk 
bis 
auf 
den 
A rcadensims 
fort- 
setzte. 
Demnächst kam dann aber auch die Reihe an das Fenster- 
maasswerk. Man sagt nicht zu viel, wenn man die bisher 
übliche Zusammensetzung desselben aus regelmässigen geoine- 
trischen Figuren für eine der schönsten Zierden des gothischen 
Baues, ja überhaupt für einen der glücklichsten Formgedanken 
erklärt. Das einfache Gesetz der Paarung der Arcaden und der 
Verbindung derselben mit dein deckenden Bogen durch einen 
vollen Kreis spricht die Bestimmung des lichtstrahlenden Fen- 
sters und die relative Selbstständigkeit desselben so bedeutsam 
aus, giebt zugleich durch die Gestaltung und Durchdringung 
stärkerer und schwächerer Stäbe ein so lebensvolles Bild organi- 
scher Entwickelung, dass es schwer seiii möchte etwas Besseres 
zu erfinden. Der gegenwärtigen Generation war dieser edle 
Organismus unverständlich oder aiistössig. Sie kannte nur 
eine abstracte Regelmässigkeit, nicht das höhere, auf der Auf- 
hebung des Gegensatzes beruhende Leben, fand jene Kreise zu 
mächtig und bedeutsam, hielt ihre Auflagerung auf den Arcaden 
für einen Nothbehelf und für einen V erstoss gegen die allge- 
meine Regel, und glaubte endlich in dieser hergebrachten Anord- 
nungMängel und Ilärten zu entdecken", welchen sie abhelfen 
müsse. Allerdings gewährten 
Ä diewgiäzsänen  gelilmfttrischen 
  via wer e en ia eilen 
   kreise und anderen Figuren 
_ keine vollständige Ausfüllung 
ljtß  ,M lä des Raumes, sondern liessen 
i" lf-  g itiii ' "fiilxxw zwischen einander und an den 
y i    Bögen kleine dreiseitige von 
   r    theils convexen tlieils concaven 
 Ällllllälxill ylllrf  All" N Linien umschlossene Lücken, 
  "l" m":   " welche indessen, so lange man 
 W  U     den organischen Zusammen- 
 hang des Ganzen und die Be- 
i:  deutiing der positiven Figuren 
Dom zu Ha1be,smdt_ lebendig autfasste, unbeachtet
        

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