Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Die Spätzeit des Mittelalters bis zur Blüthe der Eyck'schen Schule
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-961008
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-962309
Viertes 
Kapitel. 
Architektonische 
Zustände 
im 
Allgemeinen. 
Frankreich 
und 
die 
Niederlande. 
Die Architektur befand sich am Anfange dieser Epoche in gün- 
stigster Lage; wie ein reicher Erbe hatte sie die Früchte lang- 
jähriger augestrengter Arbeit mühelos empfangen. Sie sah sich 
im Besitze eines Baustyls, Welcher die kühnsten Wünsche be- 
friedigte, indem er sich zu reichster Pracht und doch auch für die 
einfachsten und bescheidensten Anlagen eignete, der bei höchster 
Solidität doch wieder einen phantastischen Ausdruck hatte und 
dem Zeitgeiste vollkommen zusagte. Auch in technischer Be- 
ziehung hatte man ungewöhnliche Vorzüge, einen Schatz von 
Erfahrungen, eine zahlreiche Schule von Baumeistern und Stein- 
metzen, Welche die schwierigsten Aufgaben spielend lösten. 
Auch fehlte es nicht an neuen, anregenden Aufgaben. An den 
Kirchen hatte sich der gothische Styl gebildet, auf ihre hohen 
und weiten Hallen war er zunächst berechnet, weltliche Gebäude 
wurden noch spät in romanischer VVeise und bis zum Schlüsse 
der vorigen Epoche immer sehr einfach ausgeführt. Jetzt aber, da 
das Auge durch die bedeutungsvollen Formen der gothischen 
Dome mehr und mehr verwöhnt war, wollte es sie überall 
sehen; der Luxus der Bauherren und die Vorliebe der Archi- 
tekten drängten zu dem Versuche, sie auch auf die Schlösser der 
Grossen, die öffentlichen Gebäude der Städte und selbst auf bür- 
gerliche Wohnhäuser anzuwenden. Dabei Waren denn freilich 
ganz andere Verhältnisse zu berücksichtigen. IIOClISClIXVBlJCINlB, 
Weitgespannte Gewölbe konnte man hier nur selten brauchen,
        

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