Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-953533
Anfänge 
des 
gothischen 
Styls. 
gleichzeitig, sie sind aber überdies in ihren Details so ähn- 
lich, dass sie wahrscheinlich von einem und demselben Bau- 
meister herstammen. In St. Remy  ist der grössere 
Theil des Langhauses und der Kreuzschilfe mit seinen 
rundbogigen Arcaden, Gallerieöffnungen und Oberlichtern 
noch aus dem Bau des elften Jahrhunderts erhalten, die jetzt 
bestehenden schmalen Gewölbe scheinen das Werk einer 
Aenderung vom Ende des dreizehnten Jahrhunderts; dage- 
gen dürfte die Ueberarbeitung der unteren 'l'heile zum Be- 
hufe der Anlage von Gewölben von unserem Meister 
gleich nach der Vollendung des Chors vorgenommen sein. 
Es ist interessant, sein Verfahren zu beobachten. In die 
Steinmasse der schweren älteren, auf eine Balkendecke be- 
rechneten Pfeiler hat er hineingemeisselt und sie zu einem 
ringsum von Halbsäulen begränzten Bündelpfeiler gestaltet, 
an Welchem die vordere monolithe Säule auf ihrem Kapital 
die Gewölbdienste trägt; über den Rundbögen der Gallerie 
ist als zweite Archivolte ein Spitzbogen, über den Ober- 
liehtern noch ein kreisförmiges Fenster angebracht. Man 
sieht überall die Absicht, die Mauern zu erleichtern, zu 
Sßhmüßkell, Zll beleben. Wichtiger ist der Chor, bei dem wir 
den Meister, unbeschränkt durch eine ältere Anlage, in 
voller erlinderischei" 'l'hätigkeit sehen. Es ist eine Anlage 
mit Umgang und Kapellenkranz, aber in neuer, sehr 1nerk- 
würdiger Weise. Die innere Rundmig ruht auf sechs 
starken Rundsäulen, mit attischer Basis und ausgebildetem 
dixit ecclesiam B. Mariae in Vallibus. Im Jahre 1234 stürzte ein Theil 
der Mauer in Folge des Frostes ein und 1322 wird eine neue Weihe 
berichtet. 
a") Verschiedene Abbildungen von StÄRemy in der Voyage dans 
Yancienne France, Champagne (der Grundriss Lief. 1), ein Strebebogen 
und eine (restaurirte) Ansicht des älteren Baues bei Violet-le-Duc 
a. a. O. S. 62 und S. 178. Der Grundriss bei Wiebeking, Taf. 86, 
ist in sofern fehlerhaft, als er die Durchgänge, welche die Kapellen des 
Ghorumgangs verbinden, nicht angiebt.
        

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