Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-953524
Abteikirche 
Germ er. 
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aber eine Reihe von schmalen, fenstcrartigen OefTnungcn, 
welche unter das Dach führen, darüber endlich unter den 
Fenstern noch ein starkes Gesimse, welches wiederum 
einen Gang bildet. Man sieht, wie sehr man hier darauf 
bedacht gewesen ist, die Mauer zu erleichtern und viel- 
fache Umgänge in derselben zu erhalten, wie wenig man 
aber eine feste Regel dafür besass. Die Verhältnisse sind 
hier minder edel als in der Concha von Noyon  
Eine weitere Entwickelung des Styls finden wir in 
zwei interessanten, nicht weit von einander belegenen 
Bauten der Champagne, in der Abteikirche St. Remy zu 
Rheims und der Stiftskirche Notre Dame zu Chälons 
an der Marne. In St. Remy hatte der Architekt die Auf- 
gabe, die ältere, aus dem vorhergehenden Jahrhundert 
stammende Kirche, eines der grössesten und bedeutendsten 
Gebäude jener Zeit, mit neuer Facade und neuem Chore 
zu versehen; diese Arbeit wurde in den Jahren 1164- 1168 
angefangen und war um 1181 vollendet In Chälons 
dagegen gab der Einsturz der alten Kirche im Jahre 1157 
Gelegenheit zu einem völligen Neubau, welcher im Jahre 
1183 eine Weihe erhielt iiiitii). Beide Bauten sind daher 
 Eine Ansicht des Chors bei Caumont Bull. mon. XIII. 393. 
Andere Abbildungen in der Voyage dans Pancienne France, Picardie, 
Lief._47. 53. 54. 60. G3. 67. 69.  
M) Gall. christ. V01. IX. col. Q3 und 936. Zwar scheint die 
Grabschrift des späteren, im Jahr 1198 verstorbenen Abtes diesen als 
Erbauer zu nennen: Erexit, rexit, dispersif, respuit, emit Eeclesiam, 
monaehos, danda, cavenda, Deum. Allein das Wortspiel: Erexit und 
rexit berechtigt nicht zu einem positiven Sehlusse; der Verfasser konnte 
dabei auch an blosse Ausstattung des Gebäudes denken. Jedenfalls 
ist die Thätigkeit dieses Abtes nicht auf Iilaqade und Chor, sondern 
vielleicht nur auf die Umgestaltung des älteren Langhauses zu beziehen, 
wela-he allerdings später zu sein scheint, als diese neuen 'I'heile. 
 Gall. ehrist. IX. col. 882. Zufolge der Voyage dans Yaneienne 
France p. 229 findet sich in einem alten Manuscript der Abtei St. 
Pierre zu Chälons die Notiz: Anno MOLXXXI. Guido episcopus bene-
        

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