Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-953517
Erste 
Regungen 
des 
gothischen 
Styls. 
dreissig oder vierzig Jahre später gebaute, in gewöhnlicher 
eckiger Gestalt angelegt ist, so dass wir sehen, wie der 
französische Geist jene von Deutschland herübergekommene 
Form später, selbst mit Verletzung der Symmetrie, zurück- 
stiess  
 Theihveise gleichzeitig mit der Kathedrale von Noyon 
und ihr in vielen Beziehungen, wenn auch nicht in der 
Gestalt der Kreuzarme, ähnlich ist die Abteikirehe zu 
St. _Germer, in der Diöcese Beauvais, an der Gränze 
der Normandie gelegen , deren Einfluss sich auch in der 
Anwendung des Zickzacks und der sich durchkreuzenden 
Bögen an einigen Stellen zeigt. Wir kennen nur das 
Stiftungsjahr 1036, aus welchem nur einzelne Fragmente 
des gegenwärtigen Gebäudes herstammen können. Die 
Mauern des Langhauses mit ihrem Rundbogenfriese und 
der viereckige Kern der Pfeiler scheinen die ältesten 'l'heile; 
indessen sind die letzten bei der gewiss erst im dreizehn- 
ten Jahrhundert erfolgten Anlage der schmalen Kreuzge- 
wölbe nicht ohne Veränderung geblieben. Dagegen ist der 
Chor jünger und dem von Noyou etwa gleichzeitig, mit 
welchem er die steilen lancetförnrigen Scheidbögen bei 
rundbogigen Fenstern und Gallerieößnungen gemein hat. 
Ueber der Gallerie findet sich zwar kein 'l'rif0rium, Wohl 
ß] Ausserdem finden sich rund gebildete Kreuzarme an einigen 
kleinen Kirchen in entfernteren Gegenden Frankreichs, so in St, Ger- 
main de Querqueville (Manche), St. Saturnin de St. Waudrille (Seine inii], 
im Süden in St. Sauveur de St. Macaire (Gironde), einer grösseren 
aber einschiffigen Kirche, wo die drei Conchen sämmtlich die Breite 
des Langhausßs haben und gleichgebildet sind, in St. Liphard in 
Meung-sur-Loire (Loiret), in St. Jean Baptiste de Riotord in der 
Auvergne. Die kleine Kirche von Germigny-des-Pres (Loiret), ein 
Quadrat mit vier kleinen Nischen, die Rotunde von St. Croix de Quim- 
perle in der Bret-agrle und St. Croix zu Montmajour (Bauches du 
Rhöne) welche Vitet in der angeführten Monogr. de 1a Cath. de Noyon 
noch citirt, gehören nicht hieher, da sie kein Langhaus und nicht die 
Kreuzform im gewöhnlichen Sinne des Wortes haben.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.