Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-953488
Kathedrale 
VOll 
Noyon. 
69 
wird 
aber 
durch 
die 
lüstorischen 
Verhältnisse 
zur Gewiss- 
heit. Das Kapitel des Bisthums Tournay war nämlich nach 
der Zerstörung der Stadt durch die Normannen mit dem 
von Noyon vereinigt worden, und diese Vereinigung wurde 
erst im Jahre 1146 gelöst, wo Wahrscheinlich der Neubau 
der zerstörten Kathedrale von Tournay, gewiss aber auch 
der, nach einem Brande vom Jahre 1131 begonnene Neu- 
bau von Noyon schon weiter vorgeschritten war, da der 
Bischof hier im Jahre 1153 einigen Altären die Consecra- 
tion ertheilte m). Aus dieser Bauzeit stammt vielleicht der 
Chor, offenbar der älteste Theil des Gebäudes; er hat den 
Umgang und Kapellenkranz, aber noch fast ganz roma- 
nische Formen. Schwere Rundsäulen tragen auf ihren, 
zum 'l'l1eil mit Figuren oder phantastischen Thieren aus- 
gestatteten Kapitälen die freistehend gebildeten Dienste des 
Gewölbes, welche durch Ringe mit der Mauer verbunden 
sind. Die Scheidbögerl und die schmaleren Fenster an der 
ltundung sind spitz, alle übrigen Bögen rund; der Spitz- 
bogen ist also noch ausschliesslich aus Gründen der Zweck- 
mässigkeit angewendet. Am Aeusseren der Kapellen ver- 
treten, wie wir es an mehreren der anderen sogleich zu 
erwähnenden Kirchen linden, Säulen die Stellen der Strebe- 
pfeiler. Etwas jünger scheinen die Kreuzconchen, welche, 
wie die von Tournay, vier Stockwerke haben, den auf 
Säulen ruhenden Umgang, die Gallerie, das Triforium und 
d) Vgl. die auf Kosten der französischen Regierung herausgege- 
bene Monographie de 1a Cath. de Noyon, mit Text von Vit et. Die- 
ser setzt die Vollendung erst nach 1221, weil die Bischöfe von 1167 
bis 1221 in der Abtei Ourscamp und erst der im Jahr 1928 verstor- 
bene Bischof in der Kathedrale begraben wurde. Der Grund scheint 
indessen nicht ausreichend; es ist wohl denkbar, dass die nach dem 
grandß von 1131 herkömmlich gewordene Bestattung der Bischöfe in 
4191- Abtei auch noch eine Zeitlang nach der Vollendung des Domes 
beibehalten wurde. Das Gebäude litt übrigens 1'293 wiederum durch 
einen Brand, derleine Herstellung herbeiführte.
        

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