Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-960840
Schlosser 
und 
Schmiede. 
805 
lendsten Beweis für die Verbreitung des Geschmackes und 
Stylgefiihles in dieser Zeit geben. Besonders äussert sich 
dies an den 'l'hürbeschlägen. Die früheren Jahrhun- 
derte hatten nach der stolzen Pracht eherner Thiiren ge- 
strebt, der gothische Styl begnügte sich auch hier wie in 
anderen Beziehungen mit minder kostbarem Stoffe, wusste 
ihm aber durch die D'or-m einen Werth zu geben. Er 
setzte die Flügel seiner weitgeöffneten Thore auch an den 
reichsten Domen aus schlichten, senkrecht gestellten Eichen- 
bohlen zusammen, verband diese aber durch eiserne Bänder, 
welche auf beiden Flügeln symmetrisch in Ranken und 
Blattwerk auslaufen, von regelmässig gestalteten Nägeln 
befestigt sind und durch die Zeichnung und die stylge- 
müsse, sorgfältige Ausführung eine wahre Zierde des 
Aeusseren bilden. Oft sind dabei. die "feineren Umrisse 
des Blattwerkes eingegraben, die weichen Theile heraus- 
getrieben und gebaucht. In gleicher Weise Wurden dann 
die Schlösser mit breiten Platten, die Schlüssel mit kunst- 
reichen ltanlaengevsiinden oder sogar mit Figuren ge- 
schmückt Pk). Die meisten künstlerischen Schmiedearbeiten, 
welche wir noch besitzen, finden sich im Inneren der Kir- 
chen an Gittern, Leuchtern oder beweglichen Armen zum 
Aufhängen von Gefässen, und gehören dem späteren Mit- 
telalter an, indessen sind auch einzelne Thürbeschläge er- 
halten. So in Deutschland die der Kirche zu Boppart im) 
aus der ersten Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts. Die 
Bänder endigen hier mit einfachen Ranken ohne weiteres 
Blattwerk, bilden aber dafür in jeder der Thürfüllungen 
eine in sich abgeschlossene Figur. Bei weitem die schönste 
(in 
der 
8] Vgl. den mit drei männlichen Gestalten verzierten Schlüssel 
der Elisabethkirche zu Marburg aufbewahrt, aber wohl älter als 
Bau) bei Becker und v. Hefner a. a. O. Taf. 64. 
a?) Gladbar-h. Fortsetzung von hlnllerk Derlkmälern, Taf. Q1:
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.