Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-960670
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Metall arbeit. 
bolik im elften Jahrhundert auf, während man sich früher 
begnügt hatte, die Leuchter und Lampen mit dem Mono- 
ramm Christi auszustatten oder als Kreuz oder Krone 
g 
zu gestalten, um so daran zu erinnern, dass Christus das 
Licht der Welt und die Krone des Lebens sei. Schon 
von einem Kronleuchter, der im Jahre 1038 in Speyer 
gestiftet wurde, wissen wir, dass er mit Engelchören, 
Propheten und Aposteln, also mit Gestalten, die dieser 
Vorstellung entsprechen, ausgestattet war; an dem gleich- 
zeitigen des Bischofs Hezilo im Dome zu Hildesheim, an 
einem anderen vom Ende des Jahrhunderts in St. Panta- 
leon zu Köln, und an dem aus der ersten Hälfte des 
zwölften Jahrhunderts stammenden in der Klosterkirche 
zu Komburg bei Schwäbisch-Hall ist es aber in den daran 
angebrachten Versen geradehin ausgesprochen, dass sie ein 
Bild des himmlischen Jerusalems seien k). Dass derglei- 
chen Kronleuchter um die Mitte des zwölften Jahrhunderts 
sein gewöhnlich und sehr reich geschmückt waren, ergiebt 
eine Aeusserung des h. Bernhard, Welcher auch diesen 
Luxus rügt W), und sie wegen ihrer Grösse nicht mehr 
Kronen, sondern Räder nennen will. Indessen ist in 
Frankreich kein einziger erhalten; man Weiss nur nach- 
richtlich von einem im Anfange des zwölften Jahrhunderts 
im Dome zu Toul gestifteten und hat noch Zeichmmgen 
von einem in St. Remy in Rheims, der erst 1793 zerstört 
ist. In Deutschland besitzen wir dagegen noch vier, einen 
ß) Die Nachricht über den Kronleuchter von Komburg verdanke 
ich gütiger Mittheilnng des Herrn Pfarrers Dr. Merz in Schwäbisch- 
Hall, der hoffentlich eine nähere Beschreibung dieses interessanten 
Werkes veröffentlichen wird. Ueber die Kronen von Hildesheim siehe 
Kratz, der Dom zu Hildesheim, Th. II, S. 78 5., über die von Aachen 
aber den ausführlichen Aufsatz in Cahier und Martin, Melanges d'Ar- 
cheologie, Vol. III. 
M] Ponuntur dehinc- in ecelesia gemmatae non coronae, sed rotae, 
circumseptae lampadibus, sed non minus insertis Iapidibus.
        

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