Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-960654
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Metailarbeit. 
Kölner Künstlers auf einem emaillirten Reliquiarium unter 
den jetzt zu Hannover bewahrten Kirchenschätzen des 
Domes zu Braunschweig  Im Uebrigen aber War die 
Kunst der Metallarbeit in Deutschland sehr verbreitet, wie 
dies nicht nur die schon erwähnte Aeusserung des Theo- 
philus, sondern auch der Umstand ergiebt, dass wir noch 
jetzt in slavischen Ländern zwei grosse in Erz gegossene 
Thüren finden, welche in Deutschland gefertigt und im 
VVege des Handels dorthin gekommen zu sein scheinen. 
Die eine derselben ist die sogenannte Korssunlsche T hüre 
in Novgorod. Sie besteht aus einzelnen, offenbar nicht 
aus derselben Werkstatt hervorgegangenen und nicht richtig 
verbundenen Tafeln, deren Mehrzahl aber zusammengehört, 
und, wie man aus der Lebenszeit der darauf dargestellten 
Bischöfe schliessen kann , in der zweiten Hälfte des 
zwölften Jahrhunderts in Magdeburg gemacht ist. Die 
zusammenhängenden Bilder geben, wie früher die Thüren 
des Bernward in Hildesheim, die Geschichte des Sünden- 
falles und die der Erlösung durch Christus; neben ihnen 
sind aber andere nicht dahin gehörige Gestalten zur Aus- 
füllung-aufgenommen, unter anderen ein Centaur, dann 
auch die Bildnisse des Werkmeisters Riquin und seiner 
Gehülfen Abraham und Waismuth, diese so wie einige 
andere Figuren schon im Kostüme der Zeit. An der 
zweiten dieser Thüren, am Dome zu Gnesen Mit), sind 
 Vgl. oben Bd. IV, Abth. I, S. 341. 
im) Vgl. Fr. Adelung, die Korssuwschen Thüren in der Kathe- 
drale der h. Sophia zu Novgorod, Berlin 1823. Dargestellt sind: Wie- 
mannus eps. Magdeburgensis, welcher von 1156 bis 1191, und Alex- 
ander Bischof von Plock, der von 1129 bis 1156 regierte.  Der 
Name Korssun (Cherson) wird in Russland häufig kostbaren Werken 
beigelegt, ohne dass sie wirklich aus der Beute von Cherson herstammen. 
wir] Vgl. die Abbildung nebst einer Beschreibung von Berndt in 
der Wiener Bauzeitung 1845, S. 370 ff. Die Verschiedenheit des 
Künstlerischen an beiden Flügeln ist nicht sehr bedeutend, und recht-
        

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