Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-960641
Frankreich. 
Niederlande. 
Deutschland. 
785 
von dem Geschick der französischen Metallarbeiter. Je- 
denfalls ist von dem ursprünglichen Reichthum der fran- 
zösischen Kirchen '91) nach den systematischen Verheerungen 
der Revolution zu wenig übrig geblieben, um uns ein Ur- 
theil über die Leistungen der französischen Kunst in diesen 
Zweigen zu gestatten. 
Wie in Frankreich Limoges war in den Niederlanden 
Dinant die Schule der Metallarbeiter, von deren Thätigkeit 
sich noch Einiges erhalten hat und der unter anderen jener 
Bruder Ilugo, Mönch zu Oignies, angehörte, der sich auf 
drei verschiedenen Werken, auf dem Einbande eines Evan- 
geliariums, auf einem Kelche und auf einem sehr eigen- 
thümlich gestalteten Reliquiarilnn als Verfertiger nennt und, 
wie die Pergamentschrift des Reliquiariums ergiebt, um 
1228 arbeitete  
In Deutschland wurde die Emallarbeit vorzüglich am 
Niederrhein betrieben, dafür spricht die grosse Zahl solcher 
hier erhaltenen Arbeiten, die ihnen verwandte Technik an- 
derer in auswärtigen Museen tätig], und der Name eines 
i) Der Abbe Texier hat ermittelt, dass sich in der Abtei Grand- 
mont noch im Jahre 1787 mehr als 50 und nach den Inventarien der 
Kirchen zu Limoges in dieser einzigen Stadt 438 meist emaillirte Re- 
liquiarien befanden. Allerdings werden die übrigen Provinzen nicht 
so reich gewesen sein wie diese Hcimath der Metallarbeit, indessen 
ist jedenfalls die grosse Armuth Frankreichs an solchen Schätzen haupt- 
sächlich dem Umstande zuzuschreiben, dass die Gonvents-Commissarien 
des Jahres 1793 es sich zur Aufgabe gestellt hatten, die Kirchen alles 
Metalls zu berauben, um es zu verkaufen oder in die Münze zu schicken. 
i") Diese Arbeiten befinden sich jetzt im Nonnenkloster zu Namur. 
Vgl. Oahier und Martin, Melanges d'Arch60logie, Vol. I. (mit einer Ab- 
bildung des Reliquiariums], und Annal. Archeol. V, p. 318. Auch das 
Schöne Crucifix von Olairmarais, jetzt in der Kathedrale von St. Omer 
(Annal, amh X1V, 29 und XV, 1), soheintaus dieser Schule zu stammen. 
im") S0 im brittischen Museum zu London eine Schale mit dem 
Bildniss Bischofs Heinrich von Winchester (circa 1150] und mit einer 
auf England bezüglichen Inschrift, welche von deutscher Arbeit und 
3150 wahrscheinlich auf englische Bestellung geliefert ist. 
v, 50
        

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