Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-960631
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Metallarbeit. 
In Frankreich wurde wenigstens der Erzguss an meh- 
reren Orten geübt; Abt Suger liess seine Kirche zu St. 
Denis mit erzbeschlagenen Thüren schmücken, und die 
schon erwähnten Grabmäler zweier Bischöfe von Amiens 
iaus dem dreizehnten Jahrhundert sind von Wohlgelungenem 
Gusse. Dagegen scheint es , dass die feinere Arbeit in 
Gold und Email fast ausschliesslich der Provinz von Li- 
moges überlassen wurde, wenigstens stimmen die noch 
erhaltenen Werke meistens mit den Eigenthülnlichkeiteil 
der dort gefertigten überein. Schon im Anfange der Epoche 
finden wir die Werkstätten von Limoges mit ziemlich 
grossen Arbeiten beschäftigt; aus ihnen stammte das Mo- 
nument des Gottfried Plantagenet  1151], welches aus 
der Kathedrale von Maus in das dortige Museum gekom- 
men ist und die Gestalt des Verstorbenen wenn auch nur 
in weniger als halber Lebensgrösse darstellt, so wie ein 
Antependium in der Abtei Grandmont bei Limoges, auf 
welchem das Leben des 1124 verstorbenen, 1188 heilig 
gesprochenen Stephan von Muret dargestellt war und von 
dem einige Fragmente in der Sammlung des Hotel Cluny 
zu Paris erhalten sind. Später. wagten sie noch grössere 
Unternehmungen, und" es unterliegt keinem Zweifel, dass 
die prachtvollen, lebensgrossen, mit emaillirten Kupferplatten 
belegten Grabmäler, Welche im dreizehnten Jahrhundert im 
nördlichen Frankreich beliebt und von denen vor der Re- 
volution noch zwölf erhalten waren de), aus Limoges her- 
kamen. Das einzige, welches davon noch übrig ist, das 
des Prinzen Johann, Sohnes Ludwigds IX., ehemals in 
Royaumont, jetzt in St. Denis, erweckt übrigens, abge- 
sehen von der Pracht der Emailfarben, durch die rohe 
Behandlung der Form, im Vergleich mit der Schönheit der 
gleichzeitigen Steindenkmäler eine ungünstige Vorstellung 
3') Vgl. L. de Laborde a. a. O. S. 59.
        

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