Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-960629
England. 
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ihnen durch den IlVerlh des Stoffes und den darauf ver- 
wendeten Fleiss manche Eigenthiimliehkeiten ausbildeten, 
Welche ein helleres Licht auf einzelne Stellen des gesammten 
Kunstgebietes werfen, besonders aber auch, weil bei der 
Goldschmiedekunst durch die Verbindung der Gravirung 
und der Emailmalerei mit den Reliefs Einflüsse des male- 
rischen und des plastischen Styles zusammentrafen. 
Eine 'l'rennung der verschiedenen Länder bedarf es 
dabei für meinen Zweck nicht, da die schwierigere Arbeit 
feinere stylistische [lnterschiede nicht aufkommen liess, und 
die Verschiedenheiten, an denen die Kenner den Ursprung 
der einzelnen Werke wahrnehmen, rein technisch sind. 
Auch war diese Technik bei Weitem nicht so verbreitet, 
wie die anderer Kunstzweige, sondern wurde nur an ge- 
wissen Orten betrieben, deren Weise dann für die Nach- 
ahmer in anderen Gegenden maassgebend wurde. In 
England ist nicht bloss äusserst wenig erhalten, sondern 
es scheint auch, dass man sich dort meist fremder Arbeiter 
bediente; die Broncebilder Ileinriclfs III. und der Königin 
Eleonore wurden von einem Italiener gefertigt, die gravirten 
Grabplatten aus den Niederlanden, Emails aus Limoges 
bezogen. An dem schon erwähnten Denkmal des INilliam 
von Valence (1- 1296) schliesst man dies aus der Technik, 
und in vielen Urkunden werden die Emails schlechthin als 
Arbeit aus Limoges (opus Lemovicinum] bezeichnet. Ueber- 
dies wissen wir in Beziehung auf das Grab des Bischofs 
von Rochester Walthers von Merton  1'276) durch die 
noch erhaltene Rechnung der Testamentsexekutoren, dass diese 
nicht bloss die Emails, sondern auch einen Meister Johannes 
von dorther kommen liessen, um sie zusammenzusetzen d). 
4'] Die Urkunde befindet sivh in der Bodleyanischen Bibliothek zu 
Oxford und ist von Albert Way in der Archaeologiu brit. bekannt gemacht. 
Vgl. L. da Laburde, Notice des ämaux du Musäe du Louvre, 1852, I, 60.
        

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