Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-960583
Kathedrale 
VOIl 
Lincoln. 
779 
Felde dargestellten, von einem das Rauchfass schwingenden 
Engel begleiteten Jungfrau mit dem Christkinde; das von 
Ewigkeit her im Buche göttlicher Bathscliliisse verordnete 
Heil, die Erlösung der durch jene Kindesgestalt reprä- 
sentirten menschlichen Seele ist wirklich erschienen. So 
weit die südliche Wand, welche also den alten Bund bis 
zur Geburt Christi enthält. Die Nordseite, von Westen 
beginnend, scheint zwar nochmals in die Urgeschichte der 
Menschheit zurückzuführen; der mittlere Engel, zornig bli- 
ckend, das Schwert in der Rechten, verstösst mit der 
Linken die ersten Menschen aus dem Paradiese. Allein 
neben ihm werden von anderen Engelgestalteil die Dornen- 
krone, die Lanze und der Schwamm empor-gehalten, so 
dass nur das durch den Sündenfall verursachte Leiden des 
Heilandes angedeutet ist. Dieser erscheint denn auch in 
der imächsten Abtlieilung und zwar als VVeltrichtcr, die 
Rechte erhoben, mit der Linken die Wundenmale zeigend, 
neben ihm ein Engel mit der VVagschale, dann aber einer 
mit geschwungenem Itauchfasse. Die Verdammniss wird 
nicht weiter geschildert, die Ilcilsgescliiclite nur in Bezie- 
hung auf die Engel verfolgt, welche bei dem Gerichte nur 
die Erwählten zu belohnen und den Herrn zu preisen haben. 
Kronen und Palmen, Schriftrollen sowohl als Notenblätter 
und musikalische Instrumente wechseln daher in den Ilän- 
den der folgenden Engel, einer der letzten aber hält Sonne 
und Mond empor, die nicht mehr untergehen, sondern dem 
himmlischen Jerusalem ewig leuchten. Mich (lünkt, dass 
diese religiöse Phantasie vollkommen der herrlichen Aus- 
führung würdig ist.  Der Chor selbst wurde um 1'282 
gebaut, die plastische Arbeit kann daher nicht wohl 
eher als gegen Ende des Jahrhunderts entstanden sein; 
auch ist sie in Motiven und Formen viel weicher und 
zarter als an der Kathedrale von Wells, aber noch
        

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