Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-960539
774 
Die 
Plastik 
in 
England. 
den Namen dieses Künstlers als Meister Wilhelm Torell, 
Goldschmidt, ermittelt, der mit dieser Vermuthurlg wenig- 
stens nicht im Widerspruche steht, wenn er sie auch nicht 
ausdrücklich bestätiget. Von nicht viel geringerer Schön- 
heit sind unter den Monumenten der Westmünsterkirche 
die des Edmund Crouchback, Grafen von Lancaster und 
zweiten Sohnes Heinriclfs III.  1296), und seiner Ge- 
mahlin Aveline  1269); beide wahrscheinlich erst am 
Ende des Jahrhunderts entstanden, da die Gewandbehand- 
lung an der Gestalt der Gräfin schon an die langen, Wei- 
chen und gebogenen Linien des vierzehnten Jahrhunderts 
erinnert. Sie scheinen von Einheimischen gearbeitet, lassen 
aber doch den Einfluss jenes fremden Künstlers, dessen 
Werke sie vor Augen hatten, erkennen k]. Endlich will 
ich noch das Denkmal des William von Valence, eines 
Halbbrnders Heinriclfs IH., erwähnen, der ebenfalls 1296 
starb, Weil es mit reich emaillirten und vergoldeten Kupfer- 
platten bedeckt ist, die aber, wie man aus stylistisehen 
Merkmalen schliesst und von ähnlichen gleichzeitigen Ar- 
beiten weiss, nicht in England gearbeitet, sondern in Li- 
moges bestellt sein werden. 
Ungeachtet dieser Verwendung fremder Kunst fehlte es 
aber in England um diese Zeit nicht mehr an einheimi- 
schen Künstlern. Eduard I. ehrte das Andenken seiner 
zärtlich geliebten Gemahlin Eleonore auch dadurch, dass 
er an den zwölf Ruhepunkten des lü-auerzuges, der ihre 
113, und Jos. Hunter in Arehaeologia Brit. XXIX, p. 189. In einer 
Urkunde vom December 1290 wird Torell als der Verfertiger des Bildes 
Heinriclfs IIIÄ bezeichnet, im Jahre 1291 erhält er bereits eine Zah- 
lung für das Bild der Königin. 
i] Auch die Gestalt des Edmund Crouchback hat eine wiewohl 
schwache Andeutung des Kreuzes, obgleich er nicht im gelobten Lande 
gewesen war, sondern von der wirklichen Ausführung des bereits ab- 
gelegten Geliibdes Dispens erhalten hatte.
        

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