Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-960510
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Die 
Plastik 
in 
England. 
Mitgliedern der königlichen Familie, Welche an Kreuzzügen 
Theil genommen hatten, selbst bei dem Ideal ritterlicher 
Tapferkeit im gelobten Lande, bei Richard Löwenherz 
findet sich dieses Merkmal nicht, während es andererseits 
noch in der zweiten Hälfte des vierzehnten Jahrhunderts ü), 
also in einer Zeit vorkommt, wo Kreuzfahrten nicht mehr 
so häufig waren. Vielleicht sollte daher diese ungewöhn- 
liche Haltung, welche bei aufrechter Stellung der Platte oft 
wie die eines Tanzenden erscheint, nur den Ausdruck rit- 
terlicher Büstigkeit geben, so dass sie nur eine Steigerung 
der fortschreitenden und dennoch gewiss kein Kreuz bil- 
denden Bewegung anf dem schon erwähnten Denkmale des 
Geoffrey de Magnavilla war. Solche ritterlichen Grabsteine 
finden sich fast in allen Kathedralen und in vielen kleineren 
Kirchen; die Kirche der Templer in London bewahrt eine 
ganze Reihe. Einige sind durch sorgfältige Ausführung 
oder feineres künstlerisches Gefühl ausgezeichnet, so die 
Gestalt des Robert de Vere Grafen von Oxford in der 
Kirche von Hatfield, an der sogar die Falten des weiten 
Panzerhemdes sehr richtig ausgedrückt sind, die eines Bit- 
ters de Vaux in der Kathedrale von Winchester, die des 
Robert Ros in der Templerkirche und besonders die eines 
Montfort in der Kirche zu Hitchendon M). Die meisten 
sind aber ziemlich derb behandelt, was zum Theil damit 
zusammenhängt, dass sie alle vollständige Färbung erhielten. 
Sie sind meistens ohne Inschrift und geben nur durch die 
Wappen Auskunft über die Familie des Verstorbenen. 
Die reichste und bedeutendste Sammlung mittelalterlicher 
Gräber ist im Chore der Westmünsterkirche, die in Eng- 
land ungefähr dieselbe Stellung einnimmt, wie St. Denis 
4') Viele Beispeilo bei Stothard, u. a. Taf. 24, in Alvechurch, 
Worcestershire bei reichster Tracht des vierzehnten Jahrhunderts. 
"Ü Stothard a. a. O. Taf. 38, 39.
        

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