Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-960465
Einwirkung 
fremder 
Meister. 
767 
die Monatsbeschäftigungexl, aber die Ausführung ist noch 
Völlig styllos und ohne Schönheitsgefühl. Im dreizehnten 
Jahrhundert aber, besonders gegen die Mitte desselben, 
wiederum unter der Regierung Heinrichis III. (1216  
1272), trat ein plötzlicher Umschwung ein; statt der frü- 
heren Kargheit finden wir eine Fülle von Sculpturen, statt 
der früheren Rohheit eine gewandte 'l'echnik und ein feines 
Gefühl für Anmuth und Charakteristik. Es ist eine nahe- 
liegende und von den brittischen Archäologen selbst ziem- 
lich allgemein angenommene V ermuthung, dass diese plötz- 
liche Veränderung durch den Einfluss fremder Künstler 
herbeigeführt worden. Die englische Nation war schon 
zu reich, zu klug, zu mercantilisch gebildet, um nicht 
überall an die beste Quelle zu gehen und, wo die Lei- 
stungen der Einheimischen nicht genügten, fremde Hände 
zu benutzen. Da König Heinrich einen tlorentinischen 
Maler, einen römischen Musaihcisten, einen deutschen Gold- 
schmidt in seinen Diensten hatte, einen Münzmeister aus 
Braunschweig, Bergleute aus dem Harz, für die West- 
münsterkirche fremde Bauleute herbeirief, ist es sehr u11- 
wahrscheinlich, dass er gerade in der bisher so sehr ver- 
nachlässigten Scnlptur sich mit den Arbeiten seiner Lan- 
deskinder begnügt haben sollte. Einige Grabsteine vom 
Ende seiner Regierung scheinen von italienischen Künstlern 
gearbeitet, schwerlich werden aber diese die ersten aus- 
wärtigen Bildhauer in England gewesen sein, da man aus 
viel grösserer Nähe, aus den mit England noch so enge 
verbundenen französischen Provinzen, tüchtige Meister mit 
Leichtigkeit erlangen konnte. Auch, stimmt der Styl und 
Zwar an den bedeutendsten Werken dieser Epoche sehr 
genau mit dem französischen überein. Indessen war die 
Wirksamkeit dieser Fremden nicht von langer Dauer, und 
der englische Boden brachte, als jungfräuliche Erde, schnell
        

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