Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-960458
766 
Die 
Plastik 
in 
England. 
in dieser die leichte und elegante got-hische Bauweise un- 
mittelbar und ohne Uebergang auf die schwere und mas- 
senhafte des normannischen Styles folgte, giebt es auch in 
der Sculptur keine Mittelstufe; von der äussersten Plump- 
heit und Rohheit geht sie sofort zu einer sehr feinen und 
graziöseil Handhabung des neuen Styles über. Während 
der ganzen Dauer des zwölften Jahrhunderts wurde die 
Plastik hier fast gar nicht geübt; statt reicheren Schmuckes 
begnügte man sich meistens mit den einfachen Symbolen 
des Kreuzes oder Lammes, wo man sich an die Darstel- 
lung menschlicher Gestalten wagte, sind sie unförmlich roh 
oder im trockensten byzantinisirenden Style gearbeitet 44). 
Die Ideen der neuen Epoche kamen eher hieher als die 
stylistische Bildung; die reichhaltigen Reliefs, mit welchen 
die Mönche von Malmesbury den südlichen Thorweg ihres 
Klosters etwa am Ende des Jahrhunderts schmückten im], 
geben neben zahlreichen Hergängen des alten und neuen 
'l'estamentes auch nach neuer Weise den 'l'hierkreis und 
gegen Stothard, Monumental effigies of GreatABritaiIi 1817, eine Aus- 
wahl in vortrefflicher Zeichnung publicirt hat. Um die gerechte Wür- 
digung der englischen Sculptur haben sich endlich einige Künstler 
verdient gemacht. Zuerst der berühmte Flaxman in seinen Lectures 
on sculpture (gehalten 1810 u. f. J. herausgegeben 1829), welchen 
auch einige Zeichnungen beigefügt sind, dann der Bildhauer Westma- 
cott in einem 1846 gehaltenen Vortrage (im Tüb. Kunstbl. 1847, Nro. 
3), erldlich der bedeutende Architekt Cockerell, der in einer Brochure: 
Iconographie of the West front of Wells Cath, Oxford 1851, die beste 
Uebersicht der noch erhaltenen kirchlichen Sculpturen des Mittelalters 
giebt. Die reichhaltige Literatur der metallenen eingegrabenen Grab- 
platten werde ich später erwähnen. 
 Ein Beispiel der ersten Art die Statue des Bischofs Herbert 
am Portale des nördlichen Kreuzschiffes der Kathedrale zu Norwich 
(Britton, Cath. Antiqu. p]. X), die Sculpturen am Südportal der Ka- 
thedrale von Ely, ein Kruzifix und die Kapitäle der Kirche zu Romsey 
(Carter a. a. O. Taf. 7 und 23, 24), der anderen das Relief und die 
Statuen am Westportale der Kathedrale zu Rochester. 
H) Britton, Archit. Antiquities Vol. 1.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.