Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-960383
Im 
Dome 
Zll 
Naumburg. 
759 
erhobener Hand, geneigtem Haupte und aufgeschlagenen 
Augen die wärmste Theilnahme an dem vorausgesetzten 
Hergange der Gründung, und in ähnlicher Weise geben 
die meisten Gestalten ein Charakterbild. 
Neben diesem ersten Werke des neuen Styls in Sach- 
sen will ich sogleich ein zweites ähnlicher Art nennen, 
vier Statuen nämlich an den Wänden des Chors im Dome 
zu Meissen, welche den Kaisser Otto I. nebst seiner Ge- 
mahlin, den Evangelisten Johannes und den Bischof Dona- 
tus, jene die Stifter diese die Schutzpatrone der Kirche, 
darstellen ab). Sie sind von feinerer Ausführung und jeden- 
falls jünger als jene, dürften aber Wohl noch am Schlusse 
des Jahrhunderts entstanden sein, dem der Styl sowohl 
der Gewänder als der darüber befindlichen Baldachine ent- 
spricht, und interessiren auch dadurch, dass die vollständige 
Bemalung, wenn auch mit Erneuerungen, erhalten ist. 
Vereinzelte kirchliche Bildwerke des dreizehnten Jahr- 
hunderts kommen ziemlich häufig vor, jedoch meist von 
geringerer Ausführung, Welche auch die Zeitbestimmung 
zweifelhaft macht  Von zusammenhängenden Portal- 
Werken nenne ich zuerst das noch rundbogige Portal der 
südlichen Vorhalle des westlichen Kreuzschilfes am Dome 
zu Paderborn äää), weil es in plastischer wie in archi- 
r) Pluttrich a. a. 0., Bd. 11. Abth. I, Serie Meissen, Taf. 12 
und 14. 
W) Dahin gehören die Gestalten der Wächter in der Kapelle des 
h. Grabes am Dome zu Constanz, welche v. Hefner (Trachten d. M. 
A. I, Taf. 4 u. Ö) von 1220 datirt, bei denen aber ungeachtet ihrer 
rohen Ausführung die freie und gewandte Haltung auf eine spätere Zeit 
sehliessen lässt. Die sehr einfach und strenge gehaltenen kolossalen 
Statuen Heinrichs des Löwen und des h. BIßSiUS in der Krypta des 
Braunschweiger Domes dürften der Mitte des Jahrhunderts zuzuschrei- 
ben sein. 
Hi) Lübke A. a. 0., 
malen, Bd. I, Taf. 17. 
174. 
und die 
Abbildung in Mollefs Denk-
        

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