Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-960225
Ihre 
künstlerische 
Bedeutung. 
743 
sine 
im 
südlichen 
Limousin 
an 
dem 
Denkmale 
des 
Stifters 
 1158), welches in der zweiten Hälfte des 
Jahrhunderts entstanden zu sein scheint und 
St. Stephan 
dreizehnten 
dem 
der 
liebliche 
Ausdruck 
der 
Gestalten 
und 
die 
türliehkeit der Pflanzen gerühmt wird  in der Kathedrale 
von Narbonne an dem Grabe des Erzbischofs de la Jugie 
H" 1274), das als ein Werk von höchster Schönheit ge- 
priesen wird , endlich an der Faeade der Kathedrale zu 
Lyon. Im Allgemeinen aber kam dieser neue plastische 
Styl in diesen Gegenden erst im vierzehnten Jahrhundert 
zur rechten Geltung. 
In Deutschland War der Entwickelungsgang der Pla- 
Stik ein ähnlicher Wie in Frankreich, aber doch mit We- 
sentlichen Verschiedenheiten. Auch hier nämlich entstand 
durch das Bedürfniss besserer Regelung der unbestimmten 
Formen und durch den Einfluss der Architektur ein stren- 
gerer Styl mit eckigen Körperformen und gehäuften gerad- 
linigen oder gebrochenen Falten, der auch von Beminis- 
cenzen der byzantinisirenden Weise nicht frei blieb. Allein 
er wurde doch keinesweges so starr und mumieilhaft wie 
dort; die Verhältnisse sind mehr der Natur entsprechend, 
und ein Bestreben nach Ausdruck und dramatischem Leben 
macht sich auch in den spröden Formen geltend. Der 
tiefere Grund dieser Verschiedenheit mag im Nationalcha- 
Takt-er liegen, der in Frankreich zu einer rücksichtslosen 
Anwendung des formellen Princips hinneigte, in Deutsch- 
land dagegen stets Wahrheit und Ausdruck forderte. Eine 
näher liegende Erklärung giebt aber schon das verschie- 
dene Verhältniss der Plastik zur Architektur. Während in 
Frankreich gleich am Anfange der Epoche diese die herr- 
Texier 
den 
Arm. 
archäol. 
XII , 
mit Abbildung. 
385
        

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