Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-960129
Uebefgang 
zum 
freieren 
Style. 
733 
 1189] und Richard Löwenherz  1199), beide in der 
Abtei von Fontevraud im Anjou, sind noch von starrer 
Haltung und mit scharf gefalteter Gewanduxig; aber schon 
die Gestalt der Gemahlin Heinrichs, der Eleonore von 
Guyenne (1- 1204) ist belebter, und die der XVittwe des 
Richard Löwenherz, Berengaria (1- 1219), in der Abtei 
LiEspan bei Mans, gehört schon im Wesentlichen dem 
neuen Style an. Einen weiteren Fortschritt bemerken wir 
dann an den Grabmälern zweier Bischöfe in der Kathedrale 
von Amiens, des Eberhard von Fouilloy (1- 1223) und 
des Gottfried von Eu (1- 1237), die auch als Beispiele des 
Erzgusses in dieser Gegend bemerkenswerth sind. Beide 
scheinen gleichzeitig gefertigt, auch gleichen sich ihre Züge 
so, dass an eine genaue Portraitähnlichkeit nicht zu denken 
ist, aber sie zeigen doch das Bestreben nach einer grösseren 
Lebenswahrheit im allgemeineren Sinne des Worts. Sehr 
anziehend und belehrend ist demnächt die reiche Sammlung 
von Grabsteinen aus der Zeit Ludwig IX. in der Gruft 
von St. Denis. Bei der Herstellung dieser Kirche Wurden 
nämlich die Gräber der früheren Könige, Merowinger, 
Karolinger und Kapetingcr, Welche wahrscheinlich blosse 
Denksteiile ohne Sculptur gehabt hatten, mit Grabsteinen 
nach neuerer Weise versehen, die in den Jahren 1263 und 
1264 in die erneuerte Kirche übertragen Wurden. Die 
darauf ruhenden Gestalten sind offenbar in Ermangelung 
von Vorbildern willkührlich von den Künstlern erfunden 
und alle einander ähnlich, nur mit beliebiger Veränderung 
der Gewandmotive. Die Könige in langer, bis zum Knöchel 
herabgehender, Weiter Tunica, mit einem Mantel, der durch 
eine Schnur auf der Brust gehalten ist, das Haupt mit 
einer mit Lilien verzierten Krone bedeckt. Die Rechte trägt 
das Scepter, die Linke ist immer beschäftigt, die Schnur 
oder irgend eine Stelle des Mantels zu fassen. Das Haar
        

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