Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-960098
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Französische 
Plastik. 
ihnen noch vorherrschend, wie dies die Gestalt des Erlösers 
zwischen den etwas gewaltsam bewegten Thieren der Evan- 
gelisten im Bogenfelde des Hauptportals zu Chartres zeigt, 
daneben aber erkennt man an den Köpfen, besonders an 
weiblichen, schon ein Bestreben nach milderem Ausdruck 
und unter den kleineren Statuetten sind Engel von lieb- 
licher Bildung. 
Die Beispiele dieses Styls sind nicht so zahlreich, Wie 
man glauben sollte, sei es, dass er in geringerem Umfange 
geübt wurde, als die spätere, mehr volksthümliche Sculptur, 
oder dass seine Werke durch spätere Arbeiten verdrängt 
oder sonst zerstört sind. Die bedeutendste Leistung des- 
selben sind die schon erwähnten drei Portale der Westseite 
von Chartres Ü; an der Kirche zu St. Denis sind die Sta- 
tuen aus Sugers Zeit nur an einem Portale des SeitenschiHs, 
an der Frontseite aber nur die Reliefs erhalten m71). Ausser- 
dem gehören hierher Portale der Kathedralen zu Mans 1'919?) 
und zu Bourges  dort das südliche der Fagarle, hier 
ein wahrscheinlich aus einer älteren Bauzeit beibehaltenes 
Nebenportal, beide noch rundbogig; dann die ausgezeichne- 
ten plastischen Arbeiten an der Kathedrale St. Maurice zu 
Angers, Portale an der Kirche zu St. Loup bei Provins 
und zu Rampillon (Seine et Marne), so wie an der 
Abteikirche Bertancourt-les-Dames in der Diöcese von 
Amiens, und endlich einige Statuen aus der Kirche der 
i") Die oben beigefügten Zeichnungen sind vom Mittelportale ent- 
lehnt; die Arbeit des nördlichen Portals, mit welchem vielleicht der 
Anfang gemacht wurde, ist eine noch strengere. 
 Die Statuen, welche man jetzt an dieser Stelle sieht, sind 
Erfindungen der Restauratoren des Gebäudes im vermeintlich alten Style. 
 llrlärimee, Voyage en Ouest, p. 48. 
 Abbildungen bei Gailhabaud, V01. II, und in Chapuy moyen 
age monum. num. G. Obgleich rundbogig, dürfte dies Portal jünger 
sein als das von Chartres, mit dem es in seiner Anordnung grosse Aehn- 
lichkeit hat.
        

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