Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-959978
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Mosaik 
der 
Fussböden. 
Selbst an den Filssbödeix, bei denen die neuere Zeit 
seit dem siebenzelnlten Jahrhundert sich fast immer mit 
farblosen 
oder 
höchstens 
mit 
einfach 
wechselnden 
Fliesen 
begnügte, äusserte sich dies allgemeine Gesetz der Viel- 
farbigkeit. Allerdings stammte der Gebrauch musivisclier 
Auslegung des Bodens aus der antiken XVelt, War von 
ihr auf die italienischen Basiliken und demnächst in die der 
nördlichen Länder übergegangen. Während aber die dazu 
erforderliche Technik dort bald so vergessen wurde, dass 
man, wie wir durch Leo von Ostia wissen, im elften 
Jahrhundert byzantinische Arbeiter herbeirufen musste, er- 
hielt sie sich diesseits der Alpen länger und wurde theils 
zu bloss decorativer Ausstattung, theils aber auch zu hi- 
storischen oder symbolischen Darstellungen benutzt. Schon 
im elften Jahrhundert wird der vielfarbige Schmuck des 
Bodens rühmend erwähnt f), und eine tadelnde Aeusserung 
des h. Bernhard beweist, dass im folgenden auch figür- 
liche Darstellungen hier gewöhnlich waren 40k). Auch haben 
sich aus dieser Zeit manche Ueberreste oder Beschreibungen 
erhalten, welche diese Darstellungen als sehr umfassend 
zeigen. Im Dome zu Hildesheim fand man einen solchen 
Mosaikboden, auf welchem die Tugenden und zwei histo- 
rische Scenen, von denen das Opfer Abrahams noch er- 
kemibar, von einer Einrahmung umschlossen waren, welche 
auf der oberen Seite das Symbol der Dreieinigkeit, ein 
dreifaches Gesicht, unten die Personificationexl der vier 
Elemente, an den Seiten aber Vita und Mors, also das 
m) Abt Eberhard von Tegernsee  1091] "pavimentum in choro 
et in ecclesia vario lapidum artificio decoravit". Pez, Thesaur. III, 3, 
315, bei Wackernagel a. a. O. S. 135. 
m?) Ep. ad Wilhelmum Abb. (Opp. I, 544): At quid saltem 
sanctnrum imagines non venerentnr, quibus utique hoc ipsum, quod 
pedibus conculcatur, nitet pavimentum; saepe spuitur in os angßliv 
saepe alicujus sanctorum facies calcibus tunditur transeuntium.
        

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