Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-959954
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Polychrolnie. 
sei, das noch Fehlende 
räthe zum Dienste des 
zu ergänzen und auch die 
Altars in gleicher WVeise 
Ge- 
aus- 
zustatten. 
Ich weiss keine Stelle, welche wie diese uns eine so 
befriedigende, so sehr durch die Ktmstwerke bestätigte 
Auskunft über die Stimmung der mittelalterlichen Künstler 
gewährte. Sie gingen, wie es nicht anders zu erwarten 
und zu wünschen War, von religiösen Empfindungen aus, 
stützten sich auf VVorte der Schrift, erwarteten ihre Be- 
geisterung von den Gaben des heil. Geistes. Aber diese 
Religiosität war nichts weniger als ascetisch strenge oder 
trübe; jene moderne Auffassung, welche an den Glasge- 
mälden die mystische, ehrfurchterweckende Dunkelheit be- 
wundert, war ihnen fremd. Ueberall, wo derselben erwähnt 
ist, wird vielmehr die Mannigfaltigkeit ihrer Farben, die 
Menge des dlnchscheineildeil Lichtes gerühmt. WVenn 
Albrecht von Scharfenberg in seiner Bearbeitung des Ti- 
turel bei der Beschreibung des Tempels von ltloilsalwatsch 
alle Theile mit den kostbarsten Edelsteinen verziert darstellt, 
wenn er die Fenster aus Beryllen und Krystallen zusam- 
mensetzt, die soviel Tag einliessen, dass das Auge davon 
verletzet sei  wenn er die nlteichheit" des ganzen Ge- 
bäudes überall rühmt, so sind das zum Theil Uebertrei- 
bungen eines schwülstigen Dichters des vierzehnten Jahr- 
hunderts. Aber es liegt ihnen doch noch das Gefühl der 
älteren Generation zum Grunde, Welches 'l'he0philus schil- 
San Matte, Leben und Dichten W1 
S. 122: 
Berillen und Oristallen 
Waren da für Glas gesetzet; 
Dadurch begunde fallen 
Leben 
und 
Dichten 
Wo1fram's 
VOD 
Eschenbach, 
Des Tags so viel, das leicht da wär" geletzet 
Ein Aug', ob es die Länge frevenlicher 
Darin sehende wärl
        

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