Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-959904
Technik 
dieser 
Epoche. 
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nöthig, mit ihnen so abzuwechseln, dass die einzelnen Ge- 
genstände sich von einander ablösten und das Ganze einen 
gefälligen Eindruck machte. Schon Theophilus giebt eine 
darauf hindeutende Vorschrift; er räth auf hellen Gründen 
saphirblaue, rothe oder grüne Gewänder, auf Gründen von 
dunkler Farbe weisse Gewänder anzubringen. In den 
Monumenten finden wir dies Princip noch mehr ausgebildet 
und sehr sorgfältig beobachtet. Die Einrahmung hat einen 
überwiegend hellen Ton, die Gründe sind fast immer dun- 
kel, in den französischen Glasmalereien meistens blau, in 
den deutschen mehr roth. In den historischen Bildern 
werden dann die Farben des Grundes vermieden und die 
demnach übrig bleibenden Farben in wiederkehrender Ab- 
wechselung des Hellen und Dunklen angewendet. So ist 
auf dem Fenster, welches Sugefs Bild enthält, der Grund 
tiefblau mit rothen sich durchkrenzenden Streifen, die Ein- 
fassung der Medaillons ein breiter, sich stark absetzender 
Streifen desselben Roth, dafür kommen aber diese Farben 
im Inneren der Medaillons gar nicht mehr vor; sie haben 
vielmehr einen dunkelgrünen Grund, auf dem die Figuren 
und anderen Gegenstände abwechselnd braun, hellgrün, gelb, 
grau und weiss gehalten sind. In einem derselben, wo 
sieben Reiter erscheinen, wechselt dies in der Art, dass je 
drei neben einander stehende Pferde weiss, gelb und grün 
in derselben Folge, das siebente" allein stehende wieder 
weiss, und die Gewänder abwechselnd gelb, grau, weiss 
und braun sind. Man sieht, dass die Maler sich um na- 
turalistische Wahrheit selbst nach den bescheidenen An- 
forderxmgen dieser Epoche nicht viel kümmerten, sondern 
lediglich auf Deutlichkeit der Zeichnung und gefalligen 
Wechsel der Farbe bedacht waren. 
Gegen das Ende des dreizehnten Jahrhunderts traten 
einige Aenderungen ein, indem man theils grössere Tafeln
        

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