Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-959758
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Glasmalerei. 
Danksagungsbriefes 
den letzten Jahren 
des 
des 
Abtes an den Stifter, schon in 
zehnten Jahrhunderts nicht bloss 
vielfarbig, sondern auch mit Gemälden geschmückt waren. 
Indessen enthält der Brief nicht die Angabe von darge- 
stellten Gegenständen, so dass die Worte auch von Mu- 
stern, die durch blosse Zusammensetzung gebildet waren, 
verstanden werden können  
Eine andere frühzeitige Erwähnung führt uns nach 
Burgund, indem der Verfasser einer Chronik von St. Be- 
nigne in Dijon bei Erwähnung der h. Paseasia, deren Re- 
liquien hier bewahrt wurden, bemerkt, dass das lllartvrium 
derselben auf einem im Kloster bewahrten alten Glas- 
fenster 
gemalt 
sei. 
l-lier 
wird 
also 
VOll 
wirklicher 
Glas- 
 d) Der Brief des von 983 bis 1001 dem Kloster vorstehenden 
Abtes Gozbert an einen nicht näher bekannten Grafen Arnold nach 
Pez Thesaurus Anecdotorum Tom. VI, Pars i, p. 122, bei Gessert- a. 
a. O. S. 25 ganz abgedruckt, sagt nämlich: Merito pro vobis Deo 
supplicamus, qui locum nostrum talibus honoribus sublimastis, qua- 
libus nec priscorum temporibus comperti sumus, nec nos visurns 
esse sperabamus. Eeclesiae noslrae fenestrae veteribus pannis usque 
nunc fuerunt clausae. Vestris felicibus temporibus auricomus sol pri- 
mum infulsit basilicae nostrae pavimenta per discoloria picturarum 
vitra, cunctorumque inspicientium corda pertentant multiplicia gaudia, 
qui inter se mirantur insoliti operis varietates. Der Abt spricht also 
von einem ungewöhnlichen Schmucke, von welchem er noch nicht ein- 
mal durch Erfahrung Kenntniss gehabt habe. Indessen kann sich dies, 
da die Ausstattung der Kirche in Tegernsee und wahrscheinlich auch 
in den benachbarten Klöstern so ännlich gewesen war, dass man sich 
begnügt hatte, die Fenster mit alten Lappen zu schliessen, recht wohl 
auch auf bloss farbige mosaikartige Muster des Glases bezogen haben. 
Und eben so wenig lässt der Ausdruck: discoloria picturarum vitra, 
mit Sicherheit auf Figurenmalerei schliessen, vielmehr würde der dank- 
bare und volltönende Worte liebende Abt schwerlich eine Anspielung 
auf die heiligen Gestalten, wenn die Fenster solche enthalten hätten. 
unterdrückt haben: Vgl. Gessert und Wackernagel a. a. 0., welche in 
dem Briefe wirklich ein Zeugniss fiir vollständige Glasmalerei zu finden 
glaubens, mit Kegler, Gesch. der Mal. I, 174, der nur den Beweis der 
Bimtfarbigkeit darin findet.
        

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