Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-959661
Altar 
VOD 
Kloster-Neuburg. 
687 
in Kloster-Neuburg bei Wien, ist zufolge der darauf 
befindlichen Inschrift im Jahre 1181 von einem Meister 
Nicolaus aus Verdun gefertigt  und besteht aus 51 ver- 
goldeten Bronzeplatten, in denen die tiefeingeschnittenen 
Umrisse mit rother oder blauer Masse nach Art der Niellos 
ausgefüllt und die Gründe mit derselben blauen Farbe be- 
deckt sind. lhrem Inhalte nach geben sie das Leben Christi 
in Verbindung mit den vorbildlichen Ereignissen der alttesta- 
mentarischen Geschichte. Die Zeichnung ist durchweg im 
Geiste altchristlicher Ueberlieferung; von der unruhigen 
Lebendigkeit, die wir in den Miniaturen bemerken, ist 
keine Spur, die Gesichtszüge sind noch starr oder doch 
Wenig belebt, aber in der Haltung der Körper und in der 
Gewandung herrscht ein so lebendiges Gefühl für Wahr- 
heit und Schönheit und zugleich ein so klares Verständ- 
niss der ursprünglichen Motive, dass man bei einzelnen 
Zügen geradezu an antike Gestalten erinnert wird. 
Noch bestimmter fühlen Wir das Anlehnen an die An- 
tike bei einem anderen Werke, wo allerdings der Gegen- 
stand es begünstigte, nämlich bei den im Sehatze der 
Stiftskirche von Quedlinburg aufbewahrten, wahrschein- 
lich unter der Leitung einer um 1200 lebenden Aebtissin 
Agnes gewirkten Teppichen w?) mit Darstellungen aus der 
Vermählung des Mercurius mit der Philologie ilach dem 
schon früher erwähnten Werke des Marcianus Capella. 
Der Gegenstand War noch aus den klassischen Bestrebungen 
der Ottonenzeit her beliebt und schon damals auf 'l'eppichen 
 v. Camesina, der Verduner Altar in der Kirche zu Kloster- 
Neuburg. Wien, 1844. Vgl. auch Förster, Geschichte der deutschen 
Kunst, S. 108. 
 Vgl. Kugler und Ranke, Beschreibung der Schlosskirche zu 
Quedlinburg, S. 147 und S. 75, auch (mit einer Abbildung] in Kug- 
lefs kl. Sehr. I, 635. Eine andere Abbildung in den Kunst-Denk- 
mälern in Deutschland, Ö. Lief. (Schweinfurt 1845).
        

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