Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-959650
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'l'eppiche. 
gestalten und Pflauzengewinden Ü; der Geschmack daran 
hatte sich so sehr im Abendlande eingebürgert, dass noch 
im dreizehnten Jahrhundert in Paris zwei besondere Innun- 
gen von 'l'eppichwebern bestanden, von denen die eine vor- 
nehmere, saracenische, die andere nur einheimische Teppiche 
lieferte  Aber schon längst hatten sich auch die Klöster 
mit dieser Art von Arbeit beschäftigt und nach dem vor- 
herrschenden Triebe der Zeit sie auch zu historischen Dar- 
stellungen benutzt. Vor allem geschah dies in den Nonnen- 
klöstern, denen es die ihnen am Meisten zusagende Be- 
schäftigilng gewährte, aber auch von Mönchen wurde es 
mit strengcrer 'l'echnik betrieben, wobei man zum Theil 
besonders dafür ausgebildete Arbeiter (tapetiarii) hatte, 
welche sich an die ausgcdchntesten Gegenstände wagten, 
so dass z. B. ein Teppich im Kloster Wessobrunn die 
apokalyptischen Visionen enthielt 95W). 
Ich begnüge mich hier , zwei Werke dieser Neben- 
zweige der zeichnenden Kunst einzuführen, weil die darin 
enthaltene Auffassung für die Richtung des deutschen 
Kunstsinnes bezeichnend ist. Das eine, eine Nielloarbeit 
i") Die Literatur über diesen Gegenstand (vgl. Bd. IV, Abth. 1, 
S. 342] ist seitdem durch die Mittheilungen über die Hetoffes historiees" 
von Gahier und Martin in den Melanges d'Archeologie (V01. II, p. 101 
und 933 if., III, 116 und 289) und besonders durch die auf 37 Blättern 
gegebenen höchst vortrefflichen farbigen Abbildungen," so wie durch das 
wichtige Werk von Franeisque lllichel, Recherches sur le commerce, 
la fabrication et l'usage des etoffes de snie, d'or et dlargent et autres 
tissus precieux en oneident, principalement en Franee, pendant le moyen 
age, Vol. I, Paris 1852, bedeutend bereichert. 
 Depping a. a. 0., S. 126. Die „'l'apissiers de tapis sarra- 
sinois" sind, wie die Peintres ymagiers, vom Waehtdienste befreit, weil 
sie, wie wiederum ausdrücklich angeführt ist, nur für die Kirche und 
für hohe Personen, für den König, Grafen und Edelleute, arbeiteten. 
Den „Tapissiers de tapiz nostrez" ist solche Gunst nicht verliehen. 
 S. die näheren Anfiihrungen und Belege bei Fiorillo, Deutsch- 
land I, 208.
        

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