Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-959573
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Deutsche 
Wandmalerei. 
das 
Lamm 
der 
Inhalt 
des 
alten 
und 
neuen 'l'estameutes 
ist. 
Noch prachtvoller sind die Malereien des Nonnenchors. 
l-Iier sieht man zunächst auf der östlichen Stirnwand, über 
den Bogenöffnuilgen nach dem Mittelschiffe, die Jungfrau 
mit dem segnenden Christkinde unter dem zum Baldachin 
umgestalteten Rundbogen auf einem Throne, auf dessen drei 
Stufen, wie auf denen des salomonischen, Löwen ruhen. 
Das daranstossende Kuppelgewölbe ist durch gemalte Rippen 
zu einem Kreuzgewölbe gestaltet und enthält in der Mitte 
ein Medaillen mit dem Kreuze, in den unteren Winkeln 
Apostel und Evangelisten, in den vier Feldern aber die 
Geschichte der Schöpfung, des Sündenfalles und der Ver- 
treibung aus dem Paradiese. Ein Gurtbogen zeigt dann 
auf seiner Unterseite die Leiter Jakobs, auf welcher Engel 
zu dem in der Mitte befindlichen Bilde des Herrn aufsteigen. 
Das westliche Kuppelgewölbe giebt die Darstellung des 
himmlischen Jerusalems in ganz ähnlicher VVeise, wie wir 
sie im Dome zu Braunschweig kennen gelernt haben; in 
den Zwickeln die vier grossen Propheten, dann ein mäch- 
tiger Mauerkranz von verschiedenfarbigen Steinen mit Hei- 
ligen und Engeln in seinen Rundbögen, und in den vier 
Ecken mit höher hinaufsteigentlen 'l'hürmen, Welche in der 
Mitte des Gewölbes einen Doppelkreis tragen, das Lamm 
mit der Siegesfahne im inneren Kreise, im äusseren Ringe 
die Zeichen der Evangelisten. Auch die Seitenwände end- 
lich enthalten in den vier grossen Bogenfeldern historische 
Darstellungen, die heil. drei Könige, welche zu Bosse zum 
Christkinde ziehen, den Einzug Christi in Jerusalem u. s. f., 
an den unteren Räumen verschlungene Medaillons mit Bild- 
nissen von Päpsten, Bischöfen und Kirchenvätern. Auch 
hier sehen wir also in dem der Räumlichkeit mit be- 
wundernswürdigem 
Hauptmomenfe der 
Geschicke angepassten Bildercyklus die 
Ileilslehre, Sündenfall und Erlösung,
        

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