Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-959523
D 0 m 
ZU 
Braunschweig. 
673 
chronologischer Folge ohne architektonische Gliederung. 
Unter der Geschichte Abels ist die Johannes des Täufers 
sehr ausführlich gegeben, auf der gegenüberstehenden VVand 
unter Moses und Abraham in den beiden oberen Reihen 
die Legende des h. Blasius, des Schutzheiligen der Kirche 
dessen Reliquien Heinrich der Löwe aus dem Orient hierher- 
gebracht hatte, in der unteren dagegen die kürzer vorge- 
tragene Geschichte des Thomas Becket, der jenem später 
als Mitpatron beigegeben wurde. In gleicher Weise sind 
an den unteren VVänden des südlichen Kreuzflügels die 
Legende der Auffindung des h. Kreuzes durch die Kaiserin 
Helena und Scenen aus der Leidensgeschichte mehrerer 
Märtyrer, des h. Stephanus und Sebastian und anderer, 
dargestellt. Endlich befinden sich an den Pfeilern der 
Vierung kolossale Gestalten, an dem nordöstlichen Johannes 
der 'l'äufer, mit Beziehung zugleich auf das himmlische 
Jerusalem im Gewölbe und auf sein daneben dargestelltes 
irdisches Leben, an den beiden südlichen Pfeilern dagegen 
der heilige Blasius neben seiner Legende und dann nach 
dem Kreuzarme gewendet, einander gegenüber, eine weib- 
liche und eine männliche fürstliche Figur. Die Gegenüber- 
stellung des Täufers und des Bischofs deutet auf die Ver- 
bindung alttestamentarischer Und christlicher Seligen in dem 
Reiche des Herrn; übrigens ist eine nähere Beziehung dieser 
historischen Gegenstände auf die darüber dargestellten sym- 
bolischen wenigstens nicht klar. Die Gemälde des Kreuz- 
armes haben wir noch in ihrem alten Zustande, zwar be- 
Schäiligt und verblichen, aber noch Wohl erkennbar ge- 
Sehen, die anderen Waren dagegen schon, mit Beibehaltung 
der alten Zeichnung, aber wie wir fürchten nicht ganz 
nach dem Farbenprincip der alten Kunst neu übermalt. 
Die Zeichnung der verschiedenen Theile lässt darauf 
Schliessen, dass sie nicht bloss, wie schon der Umfang 
V. 43
        

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