Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-959467
Liebfrauenkirche 
Zll 
Halberstadt. 
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in modernen, wenn auch mit Hülfe von Durchzeichnungen 
gefertigten Nachbildungen besitzen. Die Chornische war 
vollständig ausgemalt; in der Irlalbkuppel die Jungfrau mit 
dem Kinde thronerld zwischen je drei Heiligen; darunter 
zwischen und neben den drei rundbogigen Fenstern vier 
Heilige. Alle diese Figuren hatten jedoch mehrfache, auf 
einander gelegte Uebermalungen, die letzte noch im fünf- 
Zehnten Jahrhundert, erhalten, während nur die darunter 
befindlichen vier Rundbilder, historischen, aber nicht mehr 
erkennbaren Inhalts, unberührt geblieben waren. In den 
übrigen Theilen der Kirche waren die Gemälde nur zwi- 
Scheu den Oberlichtenl angebracht und zwar, wie sich aus 
der Verbindung des Rankenornamentes mit dem an den 
Gewölben ergab, erst nachdem diese statt der bisherigen 
Holzdecken eingefügt waren, was wahrscheinlich von 1274 
bis 1284 geschah, da damals, wie Ablassbriefe dieser Zeit 
ergeben, ein bedeutender Bau stattfand. Auf einem unter 
den Fenstern fortlaufenden, mit romanischem Blattwerk 
verzierten Bande stehen zwischen den auf die Ecke der 
Fenster und als Einfassung derselben gemalten Säulen ein- 
zelne Gestalten, im Langhause die kleinen, im Vorchore 
die vier grossen Propheten. Der Beschauer gelangte also 
Zwischen den Sehern, welche die Jungfrau vorherverkün- 
(ligten, zu ihrer Herrlichkeit, welche von christlichen Hei- 
ligen gefeiert wird. Von der Regel, stets eine einzelne, 
ganze Figur zu geben, machen nur die westlichsten Fen- 
Sterpfeiler eine Ausnahme, indem hier je zwei Halbiiguren 
über einander stehen, und zwar Salomon über der Königin 
des Morgenlandes (Regina Austriae), David über einer 
Weiblichen, nur durch ihre Locken geschmückten Gestalt, 
Welche die Inschrift als Ecclesia bezeichnet. Die Beziehung 
auf die Jungfrau ist freilich bei der Königin von Saba 
nicht so klar als bei der von dem Sänger der Psalmen
        

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