Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-959442
Methler 
in 
Westphalen. 
665 
ausfüllt, die Jungfrau, die mit prachtvollem Purpurgewande 
bekleidet die offenen Hände erschrocken oder in demü- 
thiger Abwehr vorstreckt, sind gelungene Gestalten; St. 
Johannes der Evangelist, mit edler Gesichtslinie, grossen, 
dunklen Augen, hochgeschwungenerl Brauen und fliegenden 
Locken, ist eine wirklich überraschende Conceptiou. Uebri- 
gens waren auch die Gewölbgurten, Gesimse und Fenster- 
eixrfassungen und die untere Arcatrlr bemalt, die Nimben 
mit ihren Mustern in "dem weichen Stuck vertieft einge- 
drückt, sie sowie die Diademe, Säume und Verzierungen 
der Gewänder reich vergoldet, so dass man über die Pracht 
dieser Ausstattung einer blossen Dorfkirche im hohen Grade 
erstaunen muss. Die Kirche selbst stammt erst aus dem 
zweiten Viertel des dreizehnten Jahrhunderts, die Malereien 
werden daher um die Mitte desselben ausgeführt sein. 
Dem künstlerischen Werthe nach untergeordnet, aber 
seines Inhaltes wegen merkwürdig, ist ein grosses, aus 
der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts stammendes Wandge- 
mälde im Nordarme des westlichen Kreuzschilfes des Domes 
zu Münster k). Es hat nämlich mehr eine politische als 
religiöse Bedeutung, indem es die Unterwerfung der Friesen 
unter die Landeshoheit des Bischofs von Münster, der hier 
durch den h..Paulus als Patron des Domstiftes repräsentirt 
wird, darstellt, und ist durch das Kostüm der darauf ab- 
gebildeten friesischen Landleute und durch die Gegenstände, 
welche sie als Tribut darbringeu, interessant. 
Ausserdem finden sich noch in vielen Kirchen West- 
phalens, selbst in übrigens schmucklosen Dorfkirchen 395), 
grössere oder geringere malerische Ueberreste, welche, 
Obgleich meistens nur von handwerksmässiger Ausführung, 
Vgl. Kunstblatt 1843, S. 123. 
Die Aufzählung bei Lübke a. 
333.
        

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