Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-959411
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Deutsche 
Wandmalerei. 
In der Halbkuppel Christus auf einem in Stuck ausgeführten 
Throne, von einem riesigen, mandelförmigen Nimbus um- 
geben, mit den Zeichen der Evangelisten; darunter kolos- 
sale Figuren von 15 bis 16 Fuss Länge, wo denn die 
volle Beherrschung der Form bei so gewaltigen Dimen- 
sionen ein wichtiges Zeugniss für die Technik dieser Zeit 
giebt. Weiter entwickelt sind die Malereien in der zu 
demselben Stifte gehörenden, aber allein stehenden St. 
Nicolauskapelle  In der Halbkuppel des Chores der 
thronende Heiland mit den vier Evangelisten, darunter, 
zwischen und in den Fensterlaibungen der Nische und an 
der daran stossenden nördlichen Wand, die zwölf Apostel, 
an der südlichen dagegen der h. Nicolaus von Engeln und 
verehrenden Personen kleinerer Dimension umgeben. Die 
Apostel stehen jeder in einer gemalten kuppelförmigen oder 
mit einem Kleeblattbogeil gedeckten Nische, welche ober- 
halb von Thiirmchen geschlossen ist, aus denen kleine 
bartlose und also weibliche oder jugendliche Gestalten in 
halber Figur heraustreten. Sie sind ungeflügelt, doch mit 
dem Heiligenscheine, führen Reichsapfel, Scepter, Kelch 
oder Palmzweig in der Hand, und sollen daher Engel oder 
Tugenden darstellen. Die Ausführung besteht wieder nur 
in colorirter Zeichnung, ohne Spur von Schattirung, mit 
Vergoldung an den Nimben und einzelnen Ornamenten. 
Die Zeichnung ist sehr eigenthümlich. Die Hauptiiguren, 
sämmtlich ganz von vorn dargestellt, ihre unter den Ge- 
wändern hervorsehenden Füsse etwas auseinander gerückt, 
erscheinen fast wie schwebend. Das Oval des Gesichtes 
ist 
die 
unten fein zugespitzt, die Augen sind nicht zu gross, 
Haare freiwallend, noch ohne die spätere conventionelle 
i) Abbildungen einiger Figuren aus dieser Kapelle bei Lübke a. 
a. O. Taf. 29, und einer grösseren Zahl im Organ für christliche Kunst 
"1851 zu Nro. 9 1T.
        

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