Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-959333
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Deutsche 
Wandmalerei. 
Zeichnungen zu geben wussten, die phantastischen und 
humoristischen Aeusserurlgen, welche sie sich erlaubten, 
waren hier ausgeschlossen; die Grösse der Gestalten, die 
Heiligkeit der Räume, die Verbindung mit der Architektur 
nöthigten zu grösserem Ernste und zu einer einfacheren 
mehr statuarischen Haltung. Indessen auch so war die 
Malerei vermöge ihrer leichteren Mittel und ihrer loseren 
Verbindung mit der Architektur nicht so gebunden wie die 
Sculptur, und konnte eher als diese der Empfindung Raum 
geben und die typische Strenge der Gestalten mildern und 
beleben. Sie erlangte auf diesem Wege wirklich bedeu- 
tende Erfolge. 
Vor Allem können wir dies von Deutschland rühmen, 
wenigstens sind hier die meisten und bedeutendsten Ueber- 
reste aufgefunden. Der rasche Fortschritt des gothischen 
Styles entzog der französischen Malerei die ihr nothwen- 
digen Wandflächen, während in Deutschland das lange 
Beharren bei den romanischen Formen entweder schon eine 
Folge der malerischen Neigung oder doch ein dieser Kunst 
günstiger Umstand War, indem es ihre Ausbildung in eine 
Zeit reiferen Stylgefühls hinein verlängerte. Die Zahl 
solcher WVandmalereien muss in Deutschland überaus gross 
gewesen sein; fast in allen alten Kirchen, wo man die 
spätere Tünche zu entfernen versucht hat, sind wenigstens 
Spuren derselben zum Vorschein gekommen. 
Sehr bedeutend sind schon die, Welche in der früher 
erwähnten Kirche von Schwarz-Rheindorf bei Bonn, 
und zwar in der unteren Kirche , aufgefunden und , da sie 
sich nur über den ursprünglichen 'l'heil der Anlage, der 
die Gestalt eines griechischen Kreuzes hatte, nicht über die 
Westliche Verlängerung erstrecken, nach der uns bekannten 
Geschichte des Monumentes vor dem Tode des Stifters,
        

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