Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-959321
Schönheit 
der 
Farbe. 
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sinnes, können wir der Kunstliebe des Königs Heinrichls III. 
(1216  1272) zuschreiben, der, wie wir weiter unten 
sehen werden, die Plastik und noch mehr die Wand- 
malerei vielfach beschäftigte, und auch die Miniaturmalerei, 
nicht vergass, wie wir denn namentlich wissen, dass er 
für die Kapelle zu Windsor schöne Antiphonaricn bestellte Ü. 
Die Wandmalerei stand in dieser Epoche der Mi- 
niaturmalerei noch sehr nahe; sie unterschieden sich in der 
That nur durch die Dimensionen. Selbst die Technik war 
fast dieselbe; auch jene gab nur eine Zeichnung in schwar- 
zen Umrissen auf einfarbigem Hintergrunde mit Lokalfarben 
und geringer Schattirung; auch sie arbeitete mit Wasser- 
farben, vielleicht mit einem Zusatze von Leim, auf trocke- 
nem Grunde. Die Frescomalerei war noch unbekannt. 
Nicht minder glich sich die geistige Aufgabe; das Beleh- 
rende oder Erbauliche war die Hauptsache, und die Malerei 
gab an den Wänden ebenso wie in den Büchern meist nur 
eine Uebersetzung gewisser Textesworte. Ohne Zweifel 
war daher auch die Miniatur die Schule der Wandmaler. 
Die Ansschmückung der Kirchen mit heiligen Gestalten war 
noch nicht ein schwer zu erlangender kostbarer Schmuck, 
sondern ein Erforderniss, auf das man nur bei höchster 
Dürftigkeit verzichtete und dem man mit den bereiten Mit- 
teln ohne ängstliche Kritik genügte. Gewiss wurde daher 
oft der bewährteste der Miniaturmaler ohne Weiteres auf 
das Gerüste berufen. 
Allein aus der Sache selbst ergaben sich doch wichtige 
Unterschiede. Die dilettantische Keckheit, mit welcher die 
Miniatoren ihr noch unsicheres Natmgefuhl auszusprechen 
wagten, die dramatische Lebendigkeit, welche sie ihren 
 Pauli, Geschichte von England, III, S. 855.
        

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