Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-958963
Achtes 
Kapitel. 
Die 
Malerei 
ihren 
verschiedenen 
Zweigen. 
III] rein natürlichen Entwickelungsgange, wie wir ihn bei 
den Griechen in seiner normalsten Weise wahrnehmen, 
beginnt die Blüthe der darstellenden Künste erst dann, 
wenn die der Architektur bereits ihre volle Reife erlangt 
hat und sich zu entblättcrn anfängt. In dieser Epoche 
war es anders, sie halten vielmehr mit jener gleichen 
Schritt, nehmen seit der Mitte des zwölften Jahrhunderts 
einen neuen Aufschwung, durchlaufen eine Zeit der Gäh- 
rung und des Ueberganges, und gewinnen etwa hundert 
Jahre nach jener ersten Erregung einen festen wohlgere- 
gelten Styl. Diese ungewöhnliche Erscheinung beruht 
darauf, dass beide Künste, die darstellenden und die Ar- 
chitektur, eine ungewöhnliche Stellung zu einander hatten. 
In jenem bloss natürlichen Zustande ist ihr Verhältniss 
ein gewissermaasseu feindliches. Sie sind verwandt und 
bedürfen eine der anderen; die Baukunst fordert zu ihrer 
vollendeten Erscheinung die Ilülfe der darstellenden Kunst, 
und diese gedeihet nur auf der Grundlage des architekto- 
nischen Styles. Allein dennoch können sie nicht mit voller 
Kraft neben einander bestehen; die Architektur leistet das 
Höchste nur so lange, als das individuelle Leben unter der
        

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