Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-958905
Die 
heil. 
Kreuzkirche 
in 
Breslau. 
611 
Chor und beide Seiten des Querschiffes polygonförmig, 
mit drei Seiten des Achteckes, geschlossen sind. Wahr- 
scheinlich war bei dieser Abweichung von der gewöhn- 
lichen rechteckigen Gestalt der Kreuzarme, da die Länge 
des Chores eine Gesanruntwvirkung der drei Conehen, eine 
kleeblattartige Form, wie an der Elisabethkirche in Mar- 
burg, nicht gewährte, nur die Absicht bestimmend, durch 
diese ungewöhnliche Form die Gestalt des Kreuzes, dem 
die Kirche geweihet war, schärfer zu betonen. Das ganze 
Gebäude ist in reinem gothjschen Style; die Krypta hat 
zwar ziemlich schwere Pfeiler und flache Kreuzgewölbe 
mit halbkreisförmigen Diagonalen, was aber bei der ge- 
ringen Höhe dieses Unterbaues von nur 20 Fuss fast nicht 
anders sein konnte. Das Langhaus der Oberkirche hat 
gleichhohe Schiffe von 60 F uss Scheitelhöhe und zwar so, 
dass die Gewölbfelder im Mittelschiffe quadrat, in den 
Seitenschilfeir länglich sind. Die Pfeiler sind eckig gestaltet, 
nur mit Dreiviertelsäulen in den eingekerbten Ecken, also 
in einer dem Backsteinbau bequemen Form, das Maass- 
Werk der Fenster lmd die künstlichen Gewölbe lassen aber 
schliessen, dass dieser Theil der Kirche erst im vierzehnten 
Jahrhundert entstanden ist. Im Chor und Kreuz sind da- 
gegen schmale einfache Kreuzgewölbe mid überhaupt 
schlichtere Formen, Welche diesen Theil als den im Jahre 
1295 beendeten erscheinen lassen. Ungefähr gleichzeitig, 
vielleicht selbst etwas früher, wird auch die freilich später 
devastirte und restaurirte St. Martinikirche entstanden 
sein. Sie war ursprünglich Kapelle der herzoglichen Burg, 
Wodurch sich ihre xmregelmässige, polygonförmige Anlage 
erklärt, und hat im Chore an der Backsteinwand in Sand- 
stein ausgeführte Blendarcaden mit reichen Ornamenten in 
den Zwickeln, welche als die reinste und schönste Lei- 
Stung des frühgothischen Styles in Breslau geschildert 
393
        

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