Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-958886
Schlesien. 
609 
kannte den gothischen Styl und wollte ihn anwenden; man 
war auch in der Kunst des Formens weit genug vorge- 
schritten, um selbst feinere Details und manche Art des 
Schmuckes darzustellen. Aber diese Einzelheiten erhöhten 
die 
Kosten 
und 
wollten 
doch 
nicht recht mit der einfacheren 
Haltung der grösseren Glieder harmoniren, und man hatte 
noch nicht das Mittel gefunden, diese Gegensätze auszu- 
gleichen. Uebrigens darf nicht unbemerkt bleiben, dass 
die finstere Haltung des Schiifes die Wirkung des Chores 
erhöht, der sich wie von einem Zwang-e befreit nach bei- 
den Seiten erweitert und durch grössere Fenster hell be- 
leuchtet ist. 
Schlesien, obgleich nicht bloss ein ursprünglich sla- 
visches Land , sondern noch immer "von polnischen Für- 
stengeschlechtern beherrscht, war dennoch in seinen nie- 
deren Gegenden von deutschen Colonisten so dicht besetzt, 
dass es allmälig als ein deutsches Land betrachtet werden 
konnte. Diese COlODlStBII stammten grossentheils aus Nie- 
derdeutschland, und ihrem Einflusse mag es zuzuschreiben 
sein, dass auch hier der Backsteinbau aufkam, während 
man in dem oberen Landestheile entweder mit natürlichen 
Steinen baute oder gar hölzerne Kirchen, den norwegischen 
nicht unähnlich, errichtete, von denen noch einige und zwar 
aus dem Anfange des dreizehnten Jahrhunderts erhalten 
sind xi). Die Hauptstätte architektonischer Thätigkeit ist 
Breslau, wo der Bischof Thomas (1244-- 1267] den 
noch jetzt vorhandenen Chor des Domes, zwar nach recht- 
winkeligem Plane und zum Theil mit der Ornamentation 
des Uebergailgsstyles, aber im Wesentlichen in frühgo- 
 Wie schon oben Band IV, Abth. 2, 
ausser der Zeitschrift für Bauwesen 1852, S. 
Reiseskizzen I, B1. 3. 
V. 
S. 447 erwähnt ist. 
212 und Taf. 44, L. 
Vgl. 
Durst 
89
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.