Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der bildenden Künste im Mittelalter: Entstehung und Ausbildung des gothischen Styls
Person:
Schnaase, Carl
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-952410
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-958846
Die 
Klosterkirchen 
ZU 
Lehnin 
und 
Chorin. 
605 
Eine weitere und charakteristische Entwickelung des go- 
thischen Backsteinbaues giebt die Cistercienserkirche zu 
Chorin  die jetzt freilich eben so wie die von Lehnin 
nur als Ruine erhalten ist. Das Kloster, schon 1233 ge- 
stiftet, wurde im Jahre 1'273 an diese Stelle verlegt, wo 
man, da es schon früher begütert war und gerade jetzt 
reichlich beschenkt wurde, den Kirchenbau sehr bald be- 
gann. Er hat in gewohnter Weise Kreuzgestalt, den Chor 
nicht mehr gerade, sondern mit fünf Seiten des Zehneckes 
geschlossen, die Kreuzarme ohne SeitenschiHe, aber nach 
der Sitte des Ordens mit östlichen Kapellen versehen, 
Welche indessen, so wie das südliche Seitenschiff, jetzt 
abgebrochen sind, das Langhaus, wie auch sonst in den 
Ordenskirchen überaus lang und schmal, aus eilf Gewölb- 
feldern bestehend. Die niedrigen Seitenschilfe sind mit 
starken Strebepfeilern bewehrt, lehnen sich aber ohne 
Strebebögen an das Mittelschiff an, dessen schlanke zwei- 
theilige MaaSSviYerIQfenster darüber hinausragen. Sehr eigen- 
thümlich ist die Westfacade, deren mittlerer Theil von 
zwei thurmartigen Vorlagen begränzt, durch zwei Strebe- 
pfciler in drei schlanke Felder getheilt, mit ebensoviel 
hohen Fenstern verziert, oben, weit über den abfallenden 
Seiten des Daches, mit drei kleinen Giebeln abschliesst, 
und sich so von den niedrigen, von Mauerblenden bedeckten 
Wänden der Seitenschiffe völlig sondert. Diese Verzierung 
mit schlanken Mauerblenden, welche dem Backsteinbau so 
natürlich ist und gewissermaassen für die Entbehrung der 
kräftigen Strebepfeiler und Fialen entschädigt, ist denn 
auch an den Giebeln der Kreuzfacaden und der Kloster- 
gebäude reichlich und sehr geschmackvoll angewendet. Im 
Inneren sind besonders die Pfeiler, namentlich im östlichen 
und gute Zeichnungen sind in der Zeit- 
und in besonderem Abdruck mitgetheilt. 
1') Einige Nachrichten 
schrift für Bauwesen, 1854,
        

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